Nordderby-woche beginnt angeschlagen: bittencourt verspricht wiedergutmachung

Köln hat den SV Werder Bremen einen Schlag versetzt – ein 1:3, das tiefe Furchen hinterlassen hat. Doch die Nordderby-Woche bietet die Chance zur Revanche, eine Chance, die Leonardo Bittencourt und seine Mannschaftskameraden entschlossen nutzen wollen. Die Stimmung im Bremer Lager ist gedrückt, aber nicht hoffnungslos.

Kritik und selbstreflexion nach dem kölner debakel

Die Köpfe rauchten am Sonntagabend in Köln. Und Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt ließsich die Gelegenheit nicht entgehen, seine Sicht der Dinge kundzutun. Der 32-Jährige nahm die umstrittenen Szenen des Spiels auseinander: Der Elfmeter, der ihm „vom Gefühl her zu wenig“ war, der Platzverweis gegen Marco Friedl, den er „auch auf meine Kappe nehme“ – und sein eigener, etwas unpräziser Pass, der Friedls missliche Lage erst begünstigte. „Mein Ball ist vielleicht nicht so fest gespielt, aber wenn er nicht wegrutscht, kann er ihn klären…“

Auch die mögliche Rote Karte für Kölns Ragnar Ache nach einer Grätsche von hinten beschäftigte Werder. Bittencourt war sich sicher: „Das ist für mich eine Rote Karte.“ Doch angesichts der insgesamt schwachen Leistung der Mannschaft – ein „Scheißtag“, wie er es nannte – traten diese Details in den Hintergrund. Sportchef Clemens Fritz brachte es auf den Punkt: „Du musst hier in Köln von der ersten Minute an da sein – und das waren wir ganz einfach nicht.“

Schärfe, Konzentration und Präsenz fehlten, wie Fritz bemängelte. Auch wenn Werder zwischenzeitlich durch Ache einen Elfmeter zum 1:2 erzielte, so konnte man der Mannschaft kaum einen positiven Aspekt abgewinnen. Dass nun der etatmäßige Kapitän und einzige fitte Innenverteidiger, Marco Friedl, für das Nordderby fehlt, unterstreicht die ernüchternde Situation.

„Er ist ein wichtiger Spieler, das tut dann auch weh“, so Bittencourt. Trainer Werner Thioune haderte mit dem Spielverlauf: „War das, was wir verhindern wollten?“

Hoffnungsschimmer: rückkehrer könnten helfen

Hoffnungsschimmer: rückkehrer könnten helfen

Trotzdem gibt es Licht am Ende des Tunnels. „Ich habe auch schon andere Feiern gehört“, kommentierte Bittencourt nüchtern die Jubelarien der Kölner, die sich ihrerseits über den Sieg freuten. Und er blickt optimistisch auf die kommende Woche: „Ein paar Jungs kommen zurück.“ Jens Stage und der gelbgesperrte Cameron Puertas könnten die personellen Probleme im Mittelfeld lindern. Möglicherweise muss Bittencourt dann wieder auf eine Startelf-Nominierung verzichten.

Werder hat die Chance, im Nordderby mit dem Hamburger SV punktemäßig gleichzuziehen – eine Chance, die sie unbedingt nutzen müssen, bevor sich das anspruchsvolle Restprogramm mit Spielen gegen Stuttgart, Augsburg, Hoffenheim und Dortmund abzeichnet. Der Tabellen-15. muss sich jetzt beweisen und zeigen, dass die Niederlage in Köln eine Ausnahme war. Die Revanche ist nah.