Nordderby im abstiegskampf: polzin fordert werder zur kampfeswillen heraus!
Bremerhavens Küste bebt – und nicht nur wegen des Windes. Am Samstag entscheidet sich im Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV möglicherweise einiges über die weitere Ausrichtung der Saison. Ein Duell, das weit mehr ist als nur ein Fußballspiel: Es ist ein Kampf um die Wurst, ein Duell der Nerven und eine Revanche für eine frühere Niederlage.
Die schachzüge vor dem duell
Die Partie hat eine persönliche Note, denn es treffen einstiger VfL Osnabrück-Trainer Daniel Thioune und sein ehemaliger Assistent Merlin Polzin aufeinander. Polzin, der mittlerweile selbst das Ruder beim HSV übernommen hat, kennt Thioune nur zu gut. Das Hinspiel endete mit einem deutlichen 4:1-Sieg für den HSV, doch am Samstag zählt nur der Sieg im Abstiegskampf. Die Stimmung in Bremen ist angespannt, die Fans fordern von ihrer Mannschaft alles, was möglich ist.
Leonardo Bittencourt, Routinier beim SV Werder Bremen, hat die Marschroute vorgezeichnet: „Messer zwischen den Zähnen und rauf auf den Platz!“ Doch Thioune weiß, dass es mehr braucht als Kampfgeist. Er setzt auf eine ungewöhnliche Taktik: Den rotgesperrten Kapitän Marco Friedl als Motivator, der von der Seitenlinie aus die Mannschaft anfeuert. „Er ist der Kapitän. Er kann der Mannschaft leider aktiv nicht helfen, er darf aber den passiven Part übernehmen, sie pushen, dass sie maximal engagiert ist“, so Thioune.

Mentale stärke statt spielwitz
Polzin hingegen verzichtet auf spektakuläre Spielzüge und setzt auf mentale Stärke. „Ich habe in meinen Gedanken das Wort Existenzkampf nie zugelassen oder die Situation so eingeschätzt“, erklärt der HSV-Coach. „Wir haben ein richtig geiles Spiel vor der Brust. Das Derby steht für sich.“ Er erwartet einen feindlichen Empfang in Bremen, wo die Fans geschlossen hinter ihrer Mannschaft stehen werden. „Über 40 000 Zuschauer passen ins Stadion. Es sind mindestens 4000 bis 5000 HSVer dabei. Der Rest ist gegen uns.“ Doch Polzin ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft sich davon nicht einschüchtern lässt, sondern die negative Energie in Power umwandelt.
Die Thioune-Tabelle zeigt, dass Werder mit neun Punkten auf dem 12. Platz steht. Der HSV geht zwar als leichter Favorit ins Spiel, doch Polzin weiß, dass dies nur eine statistische Angabe ist. Das Derby schreibt seine eigenen Gesetze. Die Hamburger haben die bittere 2:3-Niederlage im Dezember noch im Hinterkopf, eine Niederlage, die unter dem damaligen Trainer Horst Steffen (57) einbrach. Thioune übernahm das Ruder am 4. Februar und versucht nun, das Blatt zu wenden.
Am Ende wird zeigen, ob Werder Bremen den Abstiegskampf überlebt oder ob der HSV die rettende Kraft ist. Doch eines ist sicher: Das Nordderby wird ein Fußballfest der Emotionen und ein Kampf bis zur letzten Sekunde. Der Sieg wird nicht nur drei Punkte bedeuten, sondern auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen für die restliche Saison.
Die Waage neigt sich langsam, und die Fans dürfen sich auf ein brisantes Derby freuen, bei dem das Herz schneller schlägt als der Ball. Es wird ein Spiel, das in die Annalen des norddeutschen Fußballs eingehen wird.
