Njinmah bricht flut: bremer stürmer schlägt zurück und zeigt thioune, wo's langgeht

Neun Spiele, null Tore, ein Kloß im Hals. Dann klackert der Ball gegen den Innenpfosten, rutscht über die Linie – und Justin Njinmah atmet erst mal durch. „Mir ist das komplett egal, wie er reingeht – Hauptsache, er reingeht“, sagt der 25-Jährige nach dem 1:0 in Wolfsburg. Der Treffer war hässlich, die Erlösung riesig.

Ende der Durststrecke? Noch nicht geklärt. Aber der Knoten ist geplatzt. Njinmah hatte die Hochkaräter versenkt, sich selbst am meisten geärgert, mit der Frage „Wenn ich statt fünf schon zehn Treffer hätte?“ geschlafen. Jetzt liegt der Puck im Tor, der Bremer Vorsprung auf Rang 17 bei sieben Punkten – und der Stürmer endlich wieder in der Spur.

„Ich kann stürmer spielen“ – die botschaft an thioune

„Ich kann stürmer spielen“ – die botschaft an thioune

Die Szene ist bezeichnend. Felix Agus Flanke wird abgefälscht, Njinmah trifft – mit dem letzten Stück Selbstvertrauen, das ihm blieb. Denn vor dem Spiel hatte er sich beim Trainer durchgesetzt. „Er hat mich eher auf dem Flügel gesehen, ich sagte: Vertrau mir, ich kann Stürmer spielen“, erzählt Njinmah. Thioune stellte um, stellte ihn an die Spitze – und bekacherte Wolfsburg.

Die Rolle passt. Njinmah dribbelt, drängt, stört die Innenverteidigung. Die Zahlen sprechen für ihn: Drei seiner vier Saisontore erzielte er als Zentrumstürmer, nur eins vom Flügel. Die Statistik lügt nicht, der Spieler auch nicht.

Dennoch bleibt die Luft dünn. „Wir wissen die Situation einzuordnen“, sagt Njinmah. Werder hat 26 Punkte, zwei mehr als der Relegationsplatz. Der Restprogramm liefert Schalke, Leipzig, Frankfurt – kein Gegner, der Geschenke verteilt. Die nächsten Wochen entscheiden, ob der Pfostenknaller von Wolfsburg die Trendwende markiert oder nur ein kurzer Befreiungsschlag bleibt.

Für Njinmah selbst ist die Rechnung klar: „An mir nagt das am meisten“, sagt er über die Torflaute. Aber er nagt zurück – mit einem Tor, das mehr war als drei Punkte. Es war ein Signal an den Trainer, an die Liga, vor allem an sich selbst. Der Stürmer ist zurück. Und er will nicht mehr weg.