Nina meinke lacht sich zum wm-titel – trotz bandscheibe und maschine
„Die Maschine“ heißt ihre Gegnerin, aber Nina Meinke lacht. Nicht nervös, sondern aus Überzeugung. Am Freitag, 20. März, boxt die Berlinerin in der Hamburger Fischauktionshalle um zwei Weltmeistergürtel – und das, nachdem sie vor elf Monaten mit einem Bandscheibenvorfall kaum laufen konnte.
Zwölf runden, acht sparringspartnerinnen, ein plan
52 Sparringsrunden hat Meinke in Spanien absolviert, acht verschiedene Frauen, alle frisch, sie selbst durchgehend. „Jetzt reicht’s auch“, sagt sie und meint: Ich bin bereit. Die Distanz von zwölf Runden – im Frauenboxen noch immer eine Rarität – ist kein Hindernis, sondern ihre Waffe. „Ich brauche Runden, um warm zu werden. Dann fliegen die Treffer von selbst.“
Gegen Dyana Vargas will sie das Tempo bestimmen. Die Dominikanerin gilt als Druckboxerin, Meinke als Technikerin mit Schlagkraft. Ihr Trainer Kay Huste schickt sie mit klarem Auftrag: „Dominanz zeigen. Wer der Champ ist, muss im Ring sichtbar sein.“

Verletzung, umstellung, sieg
Der Bandscheibenvorfall im Mai 2025 zwang das Team, das Training komplett umzustellen. Weniger Laufkilometer, mehr Gelenkschonung, dafür mehr Ringarbeit. „Lass deine Kraft nicht im Wald“, zitiert Huste Muhammad Alis alten Coach. Die Umstellung funktioniert. Meinke kommt ohne Schmerzen in den WM-Kampf – und mit der Gelassenheit einer Kämpferin, die weiß, dass sie bereits das Schlimmste hinter sich hat.
Die Fischauktionshalle wird vermuten, dass es blutig wird. Meinke weiß: Es wird laut. Aber sie hat schon einmal geboxt, als ihr Blut ins Auge lief – und gewonnen. Diesmal will sie nicht nur siegen. Sie will unterhalten. „Mal schauen, wie viel Spaß die Gäste am Fine Dining haben, wenn sie zwischen den Runden Fischstäbchen und Uppercuts serviert bekommen.“
Der Witz ist Programm. Der WM-Titel auch.
