Schweizer junioren erlegen st. moritz mit doppel-treffer am podest

St. Moritz bebt – und zwar nicht wegen des gefürchteten Engadin-Windes, sondern wegen des Schweizer Snowboardcross-Nachwuchses. Am Mixed-Team-Tag der Junioren-Weltmeisterschaft klaut die Schweiz gleich zwei Mal die Show: Silber für Noémie Wiedmer und Kenny Schläppi, Bronze für Nuria Gubser und ihren Partner. Die Uhr tickt anders, wenn die Eidgenossen am Start sind.

Ein tag, zwei podeste, drei mal jubel

Ein tag, zwei podeste, drei mal jubel

Kurz nach dem Startsignal zeichnet sich ab: Die Konkurrenz muss sich neu sortieren. Wiedmer/Schläppi liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem französischen Top-Duo, verpassen Gold um keine zwei Zehntel. Hinter ihnen sichern Gubser und Co. mit kühlem Kalkül die Bronzemedaille – ein Ergebnis, das selbst Bundestrainer Marcel Hürlimann so nicht auf der Rechnung hatte. „Wir wollten eine Medaille, wir bekommen zwei. Das ist purer Adrenalin“, sagt er und wischt sich Schnee aus dem Bart.

Die Zahlen sprechen: Seit fünf Jahren stand keine Nation öfter auf dem Junioren-Podest als die Schweiz. Mit insgesamt vier Medaillen in dieser Woche – zweimal Silber, einmal Bronze plus der heutige Doppelerfolg – avanciert das Team zur Benchmark im alpinen Nachwuchs. Während andere Länder noch nach Reimen für ihre Sponsoren suchen, feiert die Schweizer Delegation schon den dritten Tag in Folge.

Wiedmer, erst 17, trägt bereits die Auszeichnung als „Königin von St. Moritz“ im Anschlag. Ihre zweite Silbermedaille binnen 48 Stunden katapultiert sie in die vorderste Reihe der Anwärter auf einen Weltcup-Stammplatz. „Ich fahre, bis die Kante kracht“, sagt sie und meint damit die letzte Kurve, nicht die Karriere. Ihre Lächeln ist locker, ihre Sprünge sind es nicht – da fliegt jede Landung auf Millimeter genau.

Die Folgen reichen über den Tag hinaus. Sponsoren buchen die Junioren-Elite schon für Sommercamps, Schweizer Fernsehen sichert sich Clip-Rechte. Und die Konkurrenz? Die schaut auf die Uhr: In zwei Wochen geht’s in die nächste Runde in Livigno. Dort wird erneut geprüft, ob St. Moritz eine Eintagsfliege war – oder der Auftakt zu einem Schweizer Wintermärchen mit offenem Ende.