Nicole good wirft nach kader-rauswurf jetzt auch ihre ski weg

Nicole Good steht mit leeren Händen da. Erst stempelte Swiss-Ski die Slalomspezialistin ab, jetzt trennt sich auch Stöckli nach 20 Jahren. Ein Schicksal, das selbst Härtgesottene schlucken lässt.

Vom kinderrennen bis weltcup-top-ten – alles mit derselben marke

Die 28-Jährige postete ein Foto, auf dem sie als Zehnjährige mit überdimensionierten Riesenslalom-Ski posiert. Darunter nur ein Satz: „Ihr wart mein erstes und längstes Team.“ Die Zahlen sind der Hammer: 18 FIS-Siege, ein Junioren-Weltmeistertitel, fünf Europacup-Podestplätze, zwölf Weltcup-Starts und jenes Top-ten-Ergebnis in Killington, das sie vor vier Jahren endgültig in der Spitze etablierte. Alles auf Stöckli-Latten.

Doch die Rechnung ohne Swiss-Ski gemacht. Als die Verbändler ihren Kaderplatz kündeten, fiel auch der Materialdeal. Hersteller zahlen nur, was sichtbar ist. Ohne Startrecht kein Budget, ohne Budget kein Vertrag. So einfach knallt die Industrie zu.

Neue ski, neue saison, alles auf eine karte

Neue ski, neue saison, alles auf eine karte

Good will nicht aufhören. Sie sucht. Sie testet. Sie schleift sich durchs Sommertraining auf fremden Brettern, während ihre Ex-Kolleginnen in Saas-Fee gemütlich die Kanten schleifen lassen. „Ich habe nicht vor, dem Sport zu danken, der mir das Herz gebrochen hat“, sagt sie im Telefonat. Der Ton klingt, als hätte sie sich gerade mit dem Ex geschlagen und jetzt das Tinder-Profil neu aufgelegt.

Die Uhr tickt. In 120 Tagen geht der Weltcup in Sölden los. Good muss bis dahin nicht nur Ski finden, sondern auch Sponsoren, Service, Logistik. Ein Solo-Unternehmen mitten im Weltcup-Zirkus. Die, die sie rauswarfen, zählen jetzt jeden Cent. Die, die bleiben wollen, zahlen aus eigener Tasche.

Sie lacht kurz. „Vielleicht fahre ich ja nächstes Jahr auf dem Podest mit nem Klebstoff-Label aufm Helm.“ Dann wird sie wieder ernst. „Aber ich fahre. Punkt.“