Nhl kehrt nach deutschland zurück: düsseldorf wird zum eishockey-mekka

15 Jahre hat es gedauert. Jetzt rollt die NHL-Puck wieder über deutsches Eis – und das mitten in der 2. Liga-Hochburg Düsseldorf. Die Senators um Nationalspieler Tim Stützle treffen am 18. und 20. Dezember im Merkur Spiel-Arena-Dome auf die Chicago Blackhawks. Die Tickets? Bereits nach Stunden weg.

Warum düsseldorf trotz eg-absturz die erste wahl war

Die Stadt versinkt im Eishockey-Chaos. Die Düsseldorfer EG, einst DEL-Größe, müht sich in der 2. Bundesliga. Doch genau diese Leere nutzt die NHL. „Der Markt ist hungrig“, sagt Bill Daly, stellvertretender Commissioner. Die 50.000-Plätze-Arena bietet die nötige Kapazität, die Location-Kulisse ist NFL-reif. Ein Risiko bleibt: Schafft man es, die Hallenatmosphäre in einen Fußballtempel zu übertragen?

Die Antwort liefert die NHL-Global-Series. Nach dem Vorbild der NBA und NFL sollen die Spiele in Europa nicht mehr nur Events sein – sondern Regular-Season-Kämpfe mit Punkten und Playoff-Riege. Deutschland gilt als Schlüsselmarkt. Die Liga verweist auf deutsche Stars wie Leon Draisaitl, der „ganz oben auf unserer Wunschliste“ steht. Ob der Edmontonsuperstar 2027 mitkommt, hängt von der Oilers-Saison ab. Die Verletzung, die ihn aktuell außer Gefecht setzt, wirft keinen Schatten – „langfristig plant man ohnehin“, so Daly.

Investitionen statt einmal-events

Investitionen statt einmal-events

Parallel zu den Spielen fließt Geld in den Breitensport. Die NHL kündigt Jugendcamps, Coach-Clinics und Fan-Aktionen an – drei Jahre lang, mindestens. Berlin und Köln gelten als nächste Kandidaten für 2027. Die Botschaft: Wir bleiben, wir bauen, wir erobern. Die Zahl der registrierten deutschen NHL-Fans hat sich seit 2011 vervierfacht. Streaming-Quoten brechen Rekorde. Die Liga will mehr, viel mehr.

Für Tim Stützle ist das Duell gegen die Blackhawks ein Heimspiel im Dress der Senators. „Ich bin in Viersen aufgewachsen, das ist eine halbe Stunde entfernt“, sagt er. Die Familie organisiert bereits Fanbusse. Die Ducks-Partie am Samstag wird live auf Großleinwand übertragen – kostenloser Eintritt, Stanley Cup vor dem Schauspielhaus. Die Stadt verwandelt sich in eine einzige Eishockey-Kreidezeichnung: Straßen in Schwarz-Rot-Gold, Restaurants mit NHL-Menüs, S-Bahn-Waggons im Team-Design.

Die letzte NHL-Premiere in Deutschland lag 2011 in Berlin. Damals siegten die Sabres gegen die Kings vor 22.000 Zuschauern. Die Show war groß, das Echo verklang. Diesmal will die Liga nachhaltig bleiben. Die nächsten drei Jahre sind nur der Anfang. Die Frage ist nicht mehr, ob die NHL nach Deutschland kommt – sondern wie schnell der Rest der Liga folgt. Die Antwort steht am 18. Dezember in Düsseldorf. Dann wird klar: Das deutsche Eishockey bekommt ein Upgrade. Ob die EG mitzieht oder nicht, ist plötzlich nebensächlich.