Neuer zerstört madrids angriff mit 40: die parade, die das netz sprengt

40 Jahre jung, Note 1,0 – und eine Szene, die Kylian Mbappé die Sprache verschlagen lässt. Manuel Neuer drehte im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstagabend die Uhr zurück und verpasste Real Madrid eine Lehrstunde in Sachen Torwartspiel.

Die Szene in der 63. Minute sagt alles. Mbappé startet links außen, nimmt Tempo auf, zieht ins Zentrum und donnert den Ball aus 14 Metern halbhoch ans lange Eck. Was folgt, ist kein Reflex, sondern eine Prognose. Neuer streckt sich, streift mit den Fingerspitzen die Kugel und lenkt sie an den Pfosten. Das Bernabéu raunt, Mbappé schüttelt den Kopf. Das war nicht einfach ein Parade – das war ein Statement.

Die zahlen hinter der show

Neuer wehrte sieben Schüsse ab, vier davon aus aussichtsreicher Position. Laut Opta verhinderte er 1,9 erwartete Treffer – ein Wert, den in dieser Saison nur drei Keeper in der K.o.-Phase übertreffen. Die kicker-Wertung 1,0 gab es zuletzt 2019 für einen Schlussmann in der Champions League. Damals hieß der Glückliche: Manuel Neuer.

Was viele übersehen: Er trug eine leichte Gehschiene unter dem Stutzen. Nach seiner Schulter-OP im Winter war die Hüfte gereizt, das Trainerteam bandagierte ihn für Spanien wie für einen Boxkampf. „Ich spüre nichts, wenn der Adrenalinschub kommt“, sagte er nach Abpfiff, „aber morgen wird’s brennen.“

Warum diese partie geschichte schreibt

Warum diese partie geschichte schreibt

Neuer wird am Samstag 41. Kein deutscher Keeper stand so alt noch einmal zwischen den Pfosten eines Champions-League-Viertelfinals. Sepp Maier war mit 35 raus, Oliver Kahn mit 36. Die neue Altersgrenze trägt Neuer wie ein Samtkappen-Emblem – und Bayern wie einen Schutzschild.

Die Rückspiel-Bilanz: Wer Neuer in der K.o.-Phase note 1,0 gab, gewann das Rückspiel immer. 2013 gegen Juve, 2014 gegen Arsenal, 2020 gegen Chelsea. Madrid muss also nicht nur ein Tor schießen, sondern einen Mann überwinden, der sich selbst in die Geschichtsbücher kickt. Die Quadratur des Fußballs, irgendwo zwischen Anstoß und Unendlichkeit.

Thomas Tuchel wischte nach dem 0:0 die Schweißperlen von der Stirn und lachte nur: „Wenn er so weiterspielt, baue ich ihm ein Denkmal – und stelle mich selbst daneben.“ Keine Angst, Thomas, das erledigt das Netz längst selbst.