Neuer im hexenkessel: bayern feiert, kompany mahnt zur ruhe
Madrid bebte Fußballgeschichte, und mitten drin: Manuel Neuer. Der Torwart-Veteran avancierte im Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid zum Mann des Matches, während Bayern-Vorstand Jan-Christian Dreesen die Leistung seiner Mannschaft und insbesondere Kompanys taktische Vorbereitung euphorisch feierte – bevor er mit einem Augenzwinkern mahnte, den Triumph nicht überzubewerten.
Dreesens lobeshymne: neuer als „x-faktor“
Bereits zu Beginn seiner Rede beim Bankett im luxuriösen Four Seasons Hotel forderte Dreesen einen Sonderapplaus für die gesamte Mannschaft und den neuen Trainer Vincent Kompany. „Vincent, du hast diese Mannschaft heute extrem gut auf diesen Gegner eingestellt“, lobte er. Doch der Applaus galt nicht nur Kompany. Dreesen schwärmte von Manuel Neuer: „Wir hatten heute etwas, das Madrid so nicht hatte. Wir hatten unseren X-Faktor, unseren 40er, unseren Torhüter von Weltklasseformat.“ Er nannte seine Leistung „außergewöhnlich“, wobei er sich nicht verkennen ließ, dass auch er selbst die Qualität des FC Bayern hervorhob – „bei aller Bescheidenheit“.
Neuer selbst hatte nach dem Spiel noch bemängelt, dass die Bayern nicht mit 2:0 geführt hätten, was Dreesen amüsiert zur Kenntnis nahm. Die Dominanz der Bayern über lange Spielabschnitte sei jedoch unbestritten. Zwar räumte der Vorstandsboss ein, dass die zweite Halbzeit „sicherlich einiges zugelassen“ worden sei, doch die Ausgangslage sei „fantastisch“.

Kompany bremst die euphorie – mbappé und vinicius im blick
Trotz des verdienten Sieges warnt Kompany vor Selbstüberschätzung. „Letzten Endes sind erst 90 Minuten gespielt und wir müssen nochmal mindestens 90 Minuten im Rückspiel bestehen“, betonte Dreesen, indem er Kompanys Worte wiedergab. Der Trainer habe nach dem Spiel „zur Besonnenheit aufgerufen und nicht zum Überschwang“ – eine Haltung, die Dreesen ausdrücklich begrüßte.
Dennoch ließ Dreesen die Hoffnung auf ein erfolgreiches Weiterkommen aufleben. Er erinnerte an die Qualität des Gegners, insbesondere an Kylian Mbappé und Vinicius Junior, und wies darauf hin, dass die Bayern selbst über eine vergleichbare Qualität verfügen – „das müssen wir auch sagen, bei aller Bescheidenheit“.
Die Partie in Madrid war ein Beweis für die Widerstandsfähigkeit und das taktische Können des FC Bayern. Die Leistung von Manuel Neuer, der mit Paraden und unorthodoxen Aktionen außerhalb des Strafraums glänzte, war zweifellos entscheidend. Doch die Mission ist noch nicht abgeschlossen. Bayern muss in München alles geben, um den knappen Vorsprung zu verteidigen und den Einzug ins Halbfinale zu sichern. Die Augen sind fest auf das Rückspiel gerichtet, in dem die Bayern ihre Qualität erneut unter Beweis stellen müssen.
