Nesta schützt bastoni: „jeder hat geschummelt – er ist ein top-verteidiger“

Die Shitstorms rund um Alessandro Bastoni werden nicht kleiner. Nach dem Seitenhieb wegen seiner Schwalbe im Derby gegen Juventus schaltet sich nun Alessandro Nesta ein – und schlägt zurück. „Ich muss ihm ein Kompliment machen“, sagt der Weltmeister von 2006. „Gestern war er trotz körperlicher Probleme wieder einer der Besten. Wer ihn wegen einer Aktion verurteilt, hat den Fußball nicht verstanden.“

Nesta gesteht: „ich habe selbst unzählige male geschummelt“

Die Debatte um Fairplay? Für Nesta reine Heuchelei. „Ich galt als sauberer Spieler, aber ich habe ebenfalls getrickst, wenn es nötig war. Wer das abstreitet, lügt sich selbst in die Tasche.“ Der ehemalige Lazio- und Milan-Abwehrchef zieht klar seine Linie: „Bastoni ist ein absoluter Führungsspieler. Moralapostel braucht niemand.“

Damit nicht genug. Nesta blickt auf die kommende Aufgabe der Nazionale in Zenica. Gegen Bosnien-Herzegowina droht dem Team von Rino Gattuso ein Hexenkessel. „Die Arena wird kochen. Die Bosnier sind technisch stärker als Nordirland, dazu hungriger. Das wird kein Spaziergang“, warnt er.

Druck der azzurri: „das trikot wiegt dreimal so viel“

Druck der azzurri: „das trikot wiegt dreimal so viel“

Die italienische Fußball-Krise verschärft sich. Die Qualifikation für die WM 2026 rückt in weite Ferne, sollte der Sieg in Sarajevo ausbleiben. Nesta kennt die Mechanismen. „Das Problem ist nicht das Können, sondern das Gewicht der Erwartung. Wenn du für Italien spielst, wiegt das Trikot dreimal so viel wie sonst.“

Die erste Halbzeit gegen Nordirland habe ihn ebenfalls nervös gemacht. „Kein Taktik-Defizit, pure Anspannung. Die Jungs müssen lernen, mit diesem Druck umzugehen, sonst wird es eng.“

Warum italien die wm braucht – und zwar sofort

Warum italien die wm braucht – und zwar sofort

Nesta endet mit einem Appell an die Gesamtliga. „Nach dem Skandal 2006 hat der WM-Titel unseren Fußball wieder auferstehen lassen. Heute ist der Bedarf noch größer. Ohne WM droht Isolation, wir brauchen das Turnier, um neue Geschichten zu schreiben.“ Für die Spieler bedeute es noch mehr. „Ein starkes Turnier verändert Karrieren. Sponsoren, Transfers, Status – alles steigt“, sagt er.

Die Botschaft an Bastoni und Co. ist klar: Schummeln erlaubt, zweifeln verboten. In Zenica zählt nur das Resultat. Alles andere ist Nebensache.