Nebraska scheidet aus: vier mann auf dem feld – hoiberg trägt die schuld

71:68, 58 Sekunden vor Schluss, Spielball Iowa – und Nebraska steht nur zu viert. Alvaro Folguerias sprintet allein auf den Korb, donnert den Dunk, kassiert das Foul, 74:68. Die Hawkeyes jubeln, die Cornhuskers starren ins Leere. Fred Hoiberg atmet tief durch, wischt sich mit der Hand übers Gesicht und sagt das, was jeder in der Arena schon weiß: „Das geht auf mich.“

Die letzte auszeit – ein plan, der sich in luft auflöst

Nebraska hatte soeben einen Dreier versenkt, die Bank tobte, das Momentum schien zurück. Hoiberg ruft die Auszeit, skizziert ein 1-2-2 Pressing, fordert Foul-Situationen, alles Standard. Doch als die Mannschaft wiederläuft, bleibtRienk Mast an der Seitenlinie hängen, die Uhr tickt, der Einwurf fliegt – und plötzlich steht nur noch ein Vierer-Block. „Ich dachte, Rienk sei drin“, sagt Hoiberg, „stattdessen war da ein Gespenst auf Position vier.“

Die Iowa-Bank bemerkt nichts, auch Referee James D. Luckie schaut kurz, zählt still – aber vier statt fünf ist kein Verstoß, nur ein Geschenk. Bennett Stirtz: „Wir wunderten uns, dass Alvaro so frei war, aber man fragt nicht zweimal.“

Die frage nach der regel – und warum sie niemand stellt

Die frage nach der regel – und warum sie niemand stellt

Hoiberg bringt nach dem Abpfiff die offizielle Zählung ins Spiel: „Wenn sechs draufstehen, pfeifen sie sofort. Bei vier? Keine Ahnung, vielleicht denken sie, das sei unsere Taktik.“ Die NCAA-Regel 4-27-3 ist eindeutig: Mindestens fünf Spieler müssen auf dem Feld sein, sonst Technisches Foul. Doch weil Nebraska selbst die Auszeit nahm, liegt die Beweislast beim Team – und da versagte die Kommunikation.

Die Zahlen sind gnadenlos: Nach dem Folguerias-And-One bricht Nebraskas Offense ein, zwei missglückte Dreier, ein Ballverlust, 0:6-Run. Endstand 71:77. Der Traum von der erstenSweet-16-Teilnahme seit 1991 ist mit einem Mann zu wenig geplatzt.

Iowa – der 9er-schrägstrich, der keiner mehr stoppt

Iowa – der 9er-schrägstrich, der keiner mehr stoppt

Mit dem Sieg lebt der Cinderella-Plot der Hawkeyes weiter. Als 9-Seed schalteten sie Clemson, Titelverteidiger Florida und nun Nebraska aus – drei Upsets in Folge. Alvaro Folguerias lacht: „Wir wissen, dass alle auf uns schauen und denken: Die sind klein. Dann stehen wir plötzlich mit fünf Leuten auf dem Feld – und sie nur mit vier.“

Nebraska beendet die Saison mit 23 Siegen – Rekord unter Hoiberg –, doch die Statistik, die in zehn Jahren zitiert wird, lautet: 4-on-5 in der letzten Minute. Ein Coach, der die Verantwortung nicht wegschiebt, ein Spieler, der zu spät rennen wollte, eine Regel, die niemand anwendet. March Madness in Reinkultur: nicht die besten Geschichten sind die mit Happy End.