Nebel verzögert cup-kracher: ried gegen lask findet heute nicht statt

Der Innviertler Nebel hat sich kurz vor dem Anpfiff zwischen die Fans und das erwartete Cup-Duell gestellt. Schiedsrichter Sebastian Gishamer winkte um 20.25 Uhr ab – 7.300 Zuschauer in der Keine-Sicht-Arena, ein gellender Pfiff als Antwort.

Die Konsequenz: Altach, bereits im Finale, muss mindestens 24 Stunden länger zittern. Wer wird der Gegner? Keine Ahnung. Der ÖFB sucht einen neuen Termin, die Tickets behalten Gültigkeit, die Stimmung ist verraucht – im wahrsten Sinne.

Warum der nebel so perfide kommt

Der Innviertler Herbstnebel ist kein Zufall. Die Rieder Gegend liegt eingebettet zwischen Inn und Braunau, die Donau fließt nur wenige Kilometer entfernt. Wenn sich feuchtwarme Luft über dem Fluss staut und die Nachttemperaturen sinken, entsteht eine dichte Wand aus Wassertröpfchen. Kein Stadiondach, keine Flutlichtanlage kann da durchblicken. Gishamer testete die Sicht dreimal, jedes Mal weniger als 150 Meter – für eine halbe Stunde Ballwechsel einfach zu gefährlich.

Die Enttäuschung ist groß, aber niemand stellt die Entscheidung infrage. Die Sicherheit geht vor, selbst wenn die Liga sonst bei Schnee, Hagel und Glatteis weiterspielt. Der Nebel ist das einzere Wetterphänomen, das wirklich Macht über den Spielplan hat.

Jetzt zählt jedes prozent – für ried und lask

Jetzt zählt jedes prozent – für ried und lask

Ried steht als Zweitligist ohnehin mit dem Rücken zur Wand. Das Heimspiel war die letzte echte Chance, das Finale zu erreichen. LASK wiederum hat die Europa-League-Gruppenphase im Rücken und will unbedingt die Trophäe, um die Saison zu retten. Beide Teams haben keine Zeit. Die Liga läuft, die Termindichte ist brutal. Ein verschobenes Halbfinale bedeutet mehr Reise, weniger Regeneration – und ein zusätzliches K.o-Spiel mitten im engsten Spielplan des Jahres.

Die APA meldet, dass der Ersatztermin „schnellstmöglich“ genannt wird. In der Realität heißt das: Donnerstag oder Freitag, wenn der Rasen wieder frei ist und der Wetterdienst grünes Licht gibt. Dann geht es Schlag auf Schlag. Altach schaut zu, trinkt Kaffee und hofft, dass der Gegner nicht noch zusätzlich motiviert wird.

Die Fans bleiben im Regen. Die einen rauschen mit dem Auto zurück nach Linz, die anderen laufen frustriert zur Rieder Innbrücke. Die nächste Chance kommt bald – aber eben nicht heute. Der Cup behält seine unberechenbare Dramatik, selbst wenn der Ball noch gar nicht rollt.