Nebel rettet mainz mit spätem doppelpack vor dem absturz

Mainz – 89. Minute, Bruchhöhe am Bruchweg. Paul Nebel packt den Hammer aus, trifft zum 2:1 gegen Frankfurt und reißt die Möwen aus dem freien Fall. Die Nullacht steht plötzlich auf Platz elf, 30 Punkte, Atemluft. Die Eintracht bleibt siebt, aber mit einem blutenden Gefühl: Sie haben das Spiel noch in der Hand, verlieren es dann doch.

Frühes foul, frühes tor – mainz startet mit vollgas

Keine halbe Minute gespielt, schon knallt es. Phillip Tietz trifft Fares Chaibi mit dem Ellbogen, Gelb, erste Aktion, erste Botschaft: Wir sind hier. Sechs Minuten später liegt der Ball im Netz. Sheraldo Becker schlägt diagonal auf, Nebel zieht ab, Theate fälslt unhaltbar ab – 1:0. Der 22-Jährige trifft zum zweiten Mal in vier Spielen, vorher brauchte er 23 Partien für eine Torbeteiligung. Die Kurve tobt, die Gäste taumeln.

Frankfurt antwortet mit kaputten Knöcheln. Nathaniel Brown humpelt nach einem Foul von Lee, bleibt aber drauf – und macht den Ausgleich. Bahoya setzt sich durch, Brown schiebt ein, 20. Minute. Dann verpasst Sano das 2:1 nur um Zentimeter, Becker scheitert an Zetterer, Kohr fast am eigenen Tor. Die erste Hälfte ist ein Boxkampf auf Rasen, beide Teams mit offenem Visier.

Frankfurt dominiert den ball, mainz den strafraum

Frankfurt dominiert den ball, mainz den strafraum

Nach der Pause wechselt Brown raus, Skhiri kommt. Die Eintracht besitzt 60 % Ballbesitz, aber sie spielen nur um den Strafraum herum. Chaibi trifft die Latte, Doan bringt Batz zu einer Glanzparade. Die größte Szene folgt in der 77. Minute: Amenda grätscht Becker um, Stieler pfeift zunächst Elfmeter, zieht zurück – Foul an Burkardt im Vorlauf. Die Mainzer jubeln, die Frankfurter atmen auf. Es bleibt 1:1.

Dann kommt die 84. Minute, die Physik verrückt spielt. Becker trifft den rechten Pfosten, der Ball springt quer – und touchiert den linken. Kein Tor, aber ein Omen. Fünf Minuten später blockt Zetterer Weipers Kopfball, doch Nebel ist da, schiebt ein, läuft nicht einmal zu sehr zu jubeln. Er weiß: Das ist kein Tor, das ist ein Rettungsanker.

Die tabelle lügt nicht – mainz lebt, frankfurt stagniert

Die tabelle lügt nicht – mainz lebt, frankfurt stagniert

Mit 30 Punkten hat Mainz jetzt sieben Zähler Vorsprung auf Relegationsrang 16. Die Restprogramme: Augsburg, Bochum, Freiburg – alles machbar. Frankfurt bleibt bei 39 Punkten, muss nach Köln, nach Dortmund, nach Leverkusen. Burkardt, einst Mainzer Liebling, sagt es so: „In beiden Strafräumen waren sie einen Ticken besser.“ Dieses Tickchen reicht, um eine Saison zu retten – oder zu versieben.