Nba schaltet auf 32 teams: seattle und las vegas kassieren die geldkarten

Die NBA macht ernst. Ab 2028/29 rollt der Ball in 32 statt 30 Arenen – und die Liga lässt die Kasse klingeln. Die Besitzer stimmten einstimmig für die Erweiterung, Seattle und Las Vegas dürfen sich offiziell bewerben. Der Preis: bis zu zehn Milliarden Dollar Eintrittsgeld. Für die Sonics-Fans ist das mehr als ein Sieg; es ist ein Comeback nach 18 Jahren Exil.

Seattle kriegt seine identität zurück – samt meisterbanner

Die KeyArena ist längst nicht mehr das verrottete Stadion, das 2008 die Sonics nach Oklahoma City vertrieb. 1,2 Milliarden Dollar stecken in der komplett neu gebauten Climate Pledge Arena, NHL und WNBA laufen bereits, 2028 soll der Name „SuperSonics“ wieder über dem Parkett hängen – inklusive des 1979er-Meisterbanners, das die Liga offiziell an die neue Franchise zurückgeben wird. Steve Kerr schwärmt noch heute von den Finals 1996 gegen Payton, Kemp und Schrempf. Für ihn ist die Rückkehr „eine Gerechtigkeitsfrage“.

Las Vegas wiederum bekommt nach NFL, NHL, WNBA und bald MLB auch noch Basketball – und wird zur ersten Stadt mit allen vier großen US-Ligen. Die Glücksspielmetropole hat die Kaufkraft, die Flugverbindungen und die Event-Kultur, die Commissioner Adam Silver schon lange lockt. Die Expansion Fee pro Team liegt laut Insidern zwischen sieben und zehn Milliarden Dollar. Das ist doppelt so viel wie der bisherige Rekord, den die Charlotte Hornets 2023 für 3,3 Milliarden erzielten.

Die nächste bomne zündet schon: draft und tv-gelder explodieren

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Zwei neue Rosters bedeuten auch: 30 zusätzliche NBA-Stellen, ein doppelter Expansion Draft und mehr nationale TV-Spiele. Die Gewerkschaft Spielergewerkschaft NBPA reibt sich die Hände: jedes neue Team erhöht die Gehaltsobergrenze und damit die Maximalverträge für alle. Die Networks bezahlen ohnehin schon 76 Milliarden Dollar für neun Jahre – mit zwei neuen Großmärkten steigt der Wert der nächsten Runde automatisch.

Für deutsche Fans hat die Entscheidung einen kostenlosen Nebeneffekt: mehr Spiele in europäischer Primetime. Seattle liegt acht Stunden hinter Mitteleuropa, Las Vegas neun – beide Städte liefern ab 2028 regelmäßig Sonntags-Konferenzkracher, die hier um 22 Uhr starten. Der deutsche Basketball-Nachwuchs schielt ohnehin auf die Westküste: Isaiah Hartenstein (Knicks) und Franz Wagner (Magic) trainierten in den vergangenen Sommern bereits in Seattle-Las-Vegas-Camps.

Die Bewerbungsunterlagen müssen bis Herbst 2026 liegen, die finalen Stimmen fallen noch vor Weihnachten. Bis dahin dürften sich die Preise weiter nach oben schieben – und mit ihnen die Frage, ob die NBA nach 2028 noch weitere Städte wie Mexico-City oder Vancouver aufmacht. Die Antwort liegt in der Kasse. Und die ist offen.