Navarro zieht die notbremse: sechs heimsiege retten zaragoza
David Navarro redet sich den Frust nicht klein. Nach der 0:2-Schlappe in Riazor schraubt er die Ansprache auf Anschlag: „Wir gewinnen die nächsten sechs Spiele im Ibercaja Estadio – und stehen mit einem Mal mit dem Rücken zur Wand nicht mehr.“

Mannschaft habe „genetisch“ gelernt, mit mist zu leben
Der Wind, der am Samstag durch Deportivos Stadion pfiff, bleibt kein Alibi. „Er schränkt die Trainingsqualität ein, aber er gehört zu Aragón wie die Jahreszeit“, sagt Navarro. „Wir sind daran gewöhnt, mit Mist zu leben.“ Die Niederlage habe die Gruppe geweckt. „Kein Jammern, nur Schub.“
Die Rechnung ist simpel: 18 Punkte aus den restlichen Heimspielen würden Real Zaragoza auf die sichere Uferbahn schieben. „Wenn wir das schaffen, können die Gegner noch so viele Namen auf die Unterschrift setzen“, meint der Trainer und spielt auf die angespannte Personaldecke von Racing Santander an. Dort fehlen mit Cejudo, Larrubia und Toril drei Leistungsträger.
Navarro warnt trotzdem. „Sie haben drei Jahre oben gespielt, das schafft nicht jeder.“ In der Hinrunde gewann Zaragoza knapp mit 2:1, doch der Coach erwartet eine andere Gangart. „Die kommen ohne Rucksack. Und wir müssen mit dem Rücken zur Wand endlich laufen, statt zu rennen.“
El Yamiq ist nach Adduktorproblemen wieder einsatzbereit, Saidu darf sich in der Mitte austoben. „Er hat von der U17 bis heute dieselbe Position gespielt, nur mit mehr Testosteron“, schmunzelt Navarro. „Physik wie ein Frachter, Ballbehandlung wie ein Spielmacher. Mit 22 schläft er noch nicht, er explodiert.“
Die Stimmung im Camp ist angespannt, aber nicht verzagt. „In Extremsituationen bin ich am lebendigsten“, sagt Navarro. „Meine Energie schwankt – das ist menschlich. Neuverpflichtungen ohne Ballast stecken an. Und wenn wir das Ziel erreichen, gibt es genug Zeit zu schlafen.“
Die Marschroute steht: Sechs Heimspiele, 18 Punkte, Klassenerhalt. Wer bei Zaragoza rechnet, kommt an der Gleichung nicht vorbei.
