Nagelsmann schlägt zurück: endlich schluss mit dem coming-out-theater

Julian Nagelsmann hat es satt. Während andere Trainer noch vorsichtig drumherum reden, poltert der Bundestrainer ins Mikro: „Es ist 2026, und wir diskutieren noch, ob ein Fußballprofi schwul sein darf? Das ist krank.“

Der Auslöser: Christian Dobrick, U19-Coach von FC St. Pauli, outete sich öffentlich. Nagelsmann reagiert mit einer Mischung aus Erschöpfung und Wut. „Ich habe homosexuelle Freunde, ich kenne ihre Geschichten. Die Qual, sich zu verstecken, frisst Energie. Dobrick hat jetzt wieder welche frei – und das ist gut so.“

Der fußball hinkt der gesellschaft hinterher

Laut einer Studie der Uni Bochum spielen in den deutschen Topligen aktuell 0,3 % der Profis offen schwul. In der Bevölkerung sind es zehn Prozent. Die Lücke ist kein Zufall. Nagelsmann: „Wir reden von 800 Millionen Euro Transfervolumen, aber keiner traut sich, seinen Freund zum Abschlusstraining mitzubringen. Da stimmt was nicht.“

Der 38-Jährige schlägt konkret vor: Klubs sollen Fanligen finanzieren, die homophobe Gesänge sofort anzeigen. Werbungspartner, die sich wegschauen, verlieren Konditionen. „Geld regiert den Fußball – dann nutzen wir das.“

Dobrick selbst zeigt sich erleichtert. „Ich bin nicht mehr der schwule Trainer, ich bin einfach Trainer“, sagt er am Millerntor, während U19-Kapitän Leo Hansen ein Regenbogenbinde trägt. „Die Jungs haben mir gechillt gratuliert, dann ging’s ums Spiel.“

Die nächste generation macht es anders

Die nächste generation macht es anders

In der U19-Nationalmannschaft hat Nagelsmann längst eine interne Chatgruppe eingerichtet, in der sich Spieler anonym melden können, wenn sie diskriminiert werden. Ergebnis: null Meldungen, weil niemand Angst mehr hat. „Wenn ein 17-Jähriger heute sagt ‚Ich bin schwul‘, antworten seine Kumpels: ‚Cool, du stehst aufs Pressing‘. Das ist Normalität.“

Doch bis sich das durchs Stadion zieht, wird es noch Jahre dauern. Nagelsmann: „Solange Fans ‚schwul‘ als Schmähung benutzen, solange Agenten Coming-outs als Imageschaden verkaufen, solange Vereine Pridesponsoring nur für Juni aus dem Schrank holen, bin ich angepisst.“

Sein Fazit ist ein Auftrag: „Wir sind die beste Liga der Welt. Dann zeigen wir jetzt, dass wir auch die offenste sind. Punkt.“