Nagelsmann reagiert auf ausfälle: stiller und führich rücken nach
Julian Nagelsmann muss umbauen – und tut es mit konsequenter Stuttgart-Connection. Nach den Ausfällen von Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha nominierte der Bundestrainer am Sonntagabend Angelo Stiller und Chris Führich für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana. Die Entscheidung kommt spät, aber nicht überraschend. Beide standen zuletzt in bestechender Form.
Stiller rückt in die zentrale, führich auf den flügel
Der 23-jährige Stiller könnte direkt in die Startelf rücken. Pavlovic fällt mit Hüftproblemen aus, Nmecha zog sich eine Außenbandverletzung im rechten Knie zu – wochenlange Pause. Stiller lieferte beim VfB Stuttgart zuletzt eine Serie ab, die Nagelsmann nicht ignorieren konnte: 90 Minuten Laufstärke, kliche Balleroberungen, präzise Aufbaupässe. Ein Sechser, der auch mal durchdreht – und genau das braucht der DFB im 4-2-3-1.
Für Führich ist die Rückkehr nach fast einem Jahr Abstinenz ein Kraftakt. Der 28-Jährige war zuletzt 2024 Teil des EM-Kaders, litt aber an Inkonstanz. In dieser Saison lieferte er sieben Vorlagen und vier Tore – Zahlen, die bei Nagelsmann ankamen. „Er spielt wieder frei, wieder mit Spielfreude“, sagte der Bundestrainer am Rande des Trainings in Herzogenaurach. Freiheit – das ist kein Zufall. Führich soll die linke Seite beleben, wo bisher nur Leroy Sané und Jamal Musiala (ausfallend) agierten.

Die baustellen bleiben
Trotz der Nachnominierungen bleibt der Kader angeschlagen. Mit Musiala, Brown und Leweling fehlen drei weitere Leistungsträger. Die WM rückt näher – 14. Juni gegen Curacao. Noch sind neun von elf Startelf-Plätzen vergeben. Die Frage ist nicht mehr, wer spielt, sondern wie lange die Ersatzleute mitmachen. Die Antwort liefert das Testspiel in Basel. Dort wird Stiller wohl neben Leon Goretzka auflaufen – ein Duo mit Physis, aber ohne Pavlovic’ Ballcirculation. Ein Risiko, das Nagelsmann eingeht.
Die Stuttgarter Connection ist kein Zufall. Sie ist ein Signal: Der Bundestrainer vertraut auf Form, nicht auf Namen. Und er hat keine Zeit mehr für Experimente.
