Nach wm-drama: knvb verurteilt hassrede gegen niederländische nationalspieler

Schockwellen gehen durch den niederländischen Fußball: Nach dem bitteren Ausscheiden der Nationalmannschaft gegen Marokko im Elfmeterschießen sind Justin Kluivert, Quinten Timber und Crysencio Summerville Ziel abfälliger, rassistischer und hasserfüllter Kommentare in den sozialen Medien geworden. Die KNVB reagiert mit Entsetzen und kündigt rechtliche Schritte an.

Der fußballverband schaltet die anwälte ein

Der fußballverband schaltet die anwälte ein

Die Koninklijke Nederlandse Voetbalbond (KNVB) hat eine offizielle Beschwerde eingereicht und prüft nun gemeinsam mit ihrem Rechtsbeistand, ob die Äußerungen strafrechtlich relevant sind. „Das ist zutiefst verwerflich“, so eine Stellungnahme der KNVB. Sollten die Ermittlungen eine Strafbarkeit ergeben, wird die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die KNVB macht deutlich, dass sie in solchen Fällen rigoros vorgehen wird und keine Toleranz gegenüber Diskriminierung und Hassrede zeigt.

Der Vorfall erinnert schmerzhaft an die Situation nach der EM 2021, als Marcus Rashford, Bukayo Saka und Jadon Sancho nach dem verlorenen Finale gegen Italien ähnliche Anfeindungen erdulden mussten – zwei Personen wurden daraufhin inhaftiert, eine weitere erhielt eine Bewährungsstrafe. Die Parallelen sind erschreckend und zeigen, dass der Kampf gegen Rassismus und Hass im Fußball noch lange nicht gewonnen ist.

Die KNVB betont: „Der Fußball soll Menschen unterschiedlicher Herkunft verbinden, nicht entzweien. Diskriminierung steht diametral im Gegensatz zu allem, was der Sport ausmacht.“ Es ist eine klare Botschaft an alle, die versucht, den Sport durch Hass und Hetze zu vergiften. Die Leidenschaft und der Teamgeist, die den Fußball so einzigartig machen, dürfen nicht von solchen negativen Einflüssen überschattet werden.

Die Zahl der Online-Hassbotschaften gegen Sportler ist besorgniserregend hoch. Es wird höchste Zeit, dass die sozialen Netzwerke und die Justiz endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um Täter zur Rechenschaft zu ziehen und die Opfer zu schützen. Nur so kann der Fußball wieder ein Ort der Freude, des Zusammenhalts und des fairen Spiels sein.