Hendrix platzt der kragen: preußen münster rutscht nach magdeburg-pleite auf rang 18
Der VAR zieht den Treffer zurück, der Elfmeterpfiff folgt, der Kapitän flucht live ins Mikro: Jorrit Hendrix hat nach der 1:3-Heimpleite gegen Magdeburg die Schnauze voll. SC Preußen Münster sinkt auf den Relegationsplatz, sieben Spiele bleiben, um den Abstieg zu verhindern – und niemand weiß, wer die Mannschaft dann noch trainiert.
Ein tor wert, aber nicht gegeben – münster kassiert den nächsten schock
44. Minute, Hendrix köpft zur vermeintlichen Führung, der Videoassistent greift wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung durch. Sekunden später pfeift Tobias Reichel Mateusz Zukowskis Fall im Strafraum – Elfmeter, 0:1, die Katastrophe nimmt ihren Lauf. „Das ist schon das dritte oder vierte Mal, dass wir so einen einfachen Elfmeter gegen uns bekommen“, raunzt der Kapitän. „Dann stehen wir wieder mit der gleichen Scheiße da.“
Die Zahlen sind gnadenlos: vier Niederlagen in den letzten fünf Partien, nur zwei Treffer in diesem Zeitraum, Tabellenplatz 18. Die Tordifferenz ist mit 29:48 die zweitschlechteste der Liga. Das erste Spiel unter Kieran Schulze-Marmeling endet wie das vorherige unter Alexander Ende: mit dem Gefühl, dem Abstieg hinterherzulaufen.

Schulze-marmeling bleibt diener – aber wie lange noch?
Der Interimscoach, der im Mai 2023 mit vier Punkten aus zwei Spielen den Klassenerhalt schaffte, redet sich klein. „Mein Traum ist nicht wichtig. Ich bin Diener des Vereins.“ Doch der Verein schweigt über die Zukunft. Kein Wort, ob der 35-Jährige bis Mai bleibt. Kein Zeitplan, wann eine Entscheidung fällt. Die Spieler spüren das Machtvakuum. „Wir brauchen Klarheit“, sagt ein Leistungsträger anonym. „Sonst rennen wir blind gegen die Wand.“
Die nächsten Gegner: @ Holstein Kiel, gegen Greuther Fürth, danach vier Spiele gegen Mannschaften aus den Top-5. Das Programm ist ein Terminkalender des Schreckens. „Wenn wir da nicht mindestens sechs Punkte holen, ist die 2. Liga Geschichte“, kalkuliert ein Vereinsinterner.

Kabine zwischen wut und hoffnung
Trotzdem schreit niemand nach Umbruch. Hendrix betont die enge Gruppe, Schulze-Marmeling lobt die Trainingsleistung. Die Frage ist nur: reicht das? Die Antwort liefert die Tabelle – und die lügt nicht. Wer in 27 Spielen nur 29 Tore schießt, muntet keine Abstiegskonkurrenz mehr ein. Die letzte Hoffnung heißt Direktduell. In Kiel und Fürth geht es gegen direkte Konkurrenten. Drei Punkte dort wären ein Sechspunkte-Schlag.
Am Sonntag um 13:30 Uhr rollt in Kiel der Ball. Bis dahin muss der neue alte Coach feststehen. Sonst steht Preußen nicht nur mit dem Rücken zur Wand – sondern mit dem Kopf bereits in der 3. Liga.
