Milly carlucci entfacht retro-trauma: canzonissima feiert tv-comeback mit herzschmerz-hits
Rai 1 schickte gestern Abend 4,2 Millionen Zuschauer in eine Zeitmaschine. Moderatorin Milly Carlucci öffnete die Hallentore von Canzonissima – und schon stand Fabrizio Moro mit „Il mio canto libero“ als Sieger da, als hätte die Sendepause nur einen Werbeblock gedauert.
Die regeln: songs duellieren, stars wählen, twitter zählt
Statt Sänger gegen Sänger tritt Titel gegen Titel an. Jeder Interpret präsentiert seinen persönlichen Herzens-Song; Jury, Kollegen und Home-Office-Publikum verteilen Punkte. Prominente Jurysieben: Claudio Cecchetto, Francesca Fialdini, Pierluigi Pardo, Riccardo Rossi, Simona Izzo, Caterina Balivo, Giacomo Maiolini. Moros Sieg war knapp – Elio e le Storie Tese lagen nach Punkten aus dem Kollegenkreis kurz vor der Finalampel vorn, die Social-Wall verpasste der 883-Cover von Elettra Lamborghini den Viral-Knitterschlag, doch am Ende entschied das Publikum.
Claudio Santamaria sang sich als Überraschungsgast durch zwei Celentano-Klassiker, Claudia Pandolfi und Rocco Papaleo schickten „Quando, quando, quando“ ins Publikum. Leo Gassmann brachte seine Grundschullehrerin in Tränen, als er ihr nach seiner Version von „Pregherò“ die Rose überreichte. Fausto Leali holte mit derselben Nummer die höchste Jurywertung, während Elio-Frontman Stefano Belisari mit „Rock ’n’ Roll Robot“ die Studiosessel wackeln ließ.

Hotel-chaos und intox-skandal: elettra lamborghini flüchtet vor ruggeri
Die eigentliche Headline lieferte hinter den Kulissen: Elettra Lamborghini forderte nach ihrer mitreißenden „Bella vera“-Performance sofort ein Zimmerwechsel. Grund: Lebensmittelvergiftung und angrenzende Wände zu Enrico Ruggeri. „Ich hörte alles – doppelt“, kommentierte sie die nächtliche Geräuschkulisse. Produktion und Hoteldirektion schalteten prompt um, damit die Sängerin erholsam durchsickern kann.
Das Format zielt auf neun Folgen bis Pfingsten. Die Quote lag laut Auditel bei 18,7 % Marktanteil – für Rai 1 ein Dienstagsgewinn, der ohne Fußball auskommt. Die nächste Themen-Nacht trägt den Arbeitstitel „Canzone che ti cambia la vita“. Die Anmeldung für Live-Tickets ist bereits geöffnet, und die Buchmacher sehen nach dem Auftakt Moro und Leali gleichauf an der Spitze.
Canzonissima ist damit zurück – nicht als Nostalgie-Relikt, sondern als Strategie gegen Streaming-Apathie. Carlucci selbst kommentierte knapp: „Wenn ein Lied die Seezelle trifft, schaltet keiner weg.“ Die Zahlen geben ihr recht: 280 000 Tweets in vier Stunden, TikTok-Views kletterten auf 1,8 Millionen. Retro ist offenbar kein Alter, sondern ein Geschmack – und der lässt sich verkaufen.
