Messi taucht in tini-video auf: fußball-gott wird popstar

Um 00:50 Uhr klopfte Argentinien einem halben Land den Schlaf aus den Augen. In dem neuen Video zu TINI’s Sommer-Hit „Otra Noche“ steht plötzlich Lionel Messi im Neon-Licht, Mikro in der Hand, statt Ball an den Füßen. Kein Doppelgänger, keine CGI-Trick, sondern der echte Weltmeister – und er rappt die Hook mit einem Grinsen, als hätte er das Camp Nou nie verlassen.

Messi und tini: vom trainingplatz ins studio

Die Kamerateams von Inter Miami bestätigten sofort, dass die Szenen vor drei Wochen in Fort Lauderdale gedreht wurden. Nach dem Abschlusstraining schob Coach Tata Martino die reguläre Medienrunde auf „später“, sperrte die Halle für 90 Minuten. In dieser Zeit baute TINI eine mobile Bühne neben dem Kraftraum auf. „Er hat zwei Takes gebraucht, dann war die Stimme drin“, verrät ein Produktionshelfer, der anonym bleiben will. „Zum ersten Mal gesehen, dass ein Superstar so nervös war, weil er keinen Elfmeter schiebt, sondern einen Einsatz bei 128 bpm.“

Die Entstehung selbst ist ein PR-Coup. Seit David Beckham die Mehrheitsanteile an Inter Miami hält, gilt die Franchise als Hollywood am Atlantik. Messis Vertrag enthält einen „Entertainment-Klausel“, die ihm bis zu fünf Nebentätigungen pro Jahr erlaubt – Musik, Mode, Gaming. Bisher nutzte er sie kaum. „Er wollte etwas für Lateinamerika tun, das über Tore hinausgeht“, sagt sein Berater. TINI, seit 2025 mit Atlanta-Verteidiger Valentín Carboni liiert, passte ins Konzept. Das Video ist seit 06:00 Uhr auf YouTube; nach 180 Minuten knackte es die 3-Millionen-Marke.

Der soundtrack wird zum fan-hymne

Der soundtrack wird zum fan-hymne

Der Track selbst misst Reggaetón mit einem 90-Minuten-Spielzähler-Sample. In der Bridge hallt Stadiongedröhn, Kommentator Marcelo Araujo skandiert „¡Gooooooooool!“ – allerdings als Drop, nicht als Torjubel. Die Plattenfirma Sony Argentina schickte sofort eine Promo-Version an alle ersten Liga-Klubs. Boca und River schalteten sich aus Traditionsgründen aus, aber Rosario Central, Messis Stammverein, lässt den Song vor Anpfiff durchs Stadion donnern.

Reaktionen? Twitter zerlegt sich in Echtzeit zwischen „GOAT bleibt GOAT“ und „Hat er nichts Besseres zu tun?“ Die argentinische Sportpresse spart nicht mit Pathos: „Maradona sang mit Rodrigo, Messi rappt mit TINI – die Nummer 10 setzt ihre Kultur einfach fort“, schrieb Olé. In Barcelona dagegen hält man sich bedeckt. Ein Barça-Insider: „Wir hatten gehofft, er würde das erste Video nach dem Gewinn der Champions League mit uns drehen. Jetzt macht er es mit einem Pop-Sternchen in Florida.“

Der Marktwert des Clips ist laut Sponsoringberater Horacio Benítez auf 4,2 Millionen Euro taxiert. „Jede Sekunde, in der Messi zu sehen ist, generiert etwa 48 000 Euro an visueller Reichweite“, rechnet er vor. TINI’s Management verhandelt bereits über eine limitierte Trikot-Kollektion: pink statt blau-granata, Schriftzug „Otra Noche“ über der Brust, Nummer 30 auf dem Rücken – sein Debüt-Kick beim FC Barcelona.

Und der Fußball? Gerade kehrt Messi vom 2:1-Sieg gegen Charlotte zurück. Er lieferte zwei Vorlagen, sprintete 9,3 km – mehr als in jedem Spiel der Vorsaison. Trainer Martino lacht nur, wenn man ihn auf das Video anspricht: „Solang er am Wochenende dribbelt wie in der 92. Minute von Katar, darf er nachts ruhig den Beat dribbeln.“ Die nächste Runde fällt am Freitag in Nashville. Tickets sind ausverkauft, der Preis auf StubHub um 67 Prozent geklettert. Grund: alle wollen sehen, ob der Pop-Messi noch den alten an den Beinen hat. Die Antwort lautet: ja – und er hat gerade erst den ersten Track seines neuen Kapitels abgeliefert.