Murray kehrt zurück: hcl holt stürmer-experten für die nächste attacke
Der HC Lugano schlägt zurück – und setzt dabei auf ein Gesicht, das die Fans noch von der Platte kennen. Jordy Murray, einst selbst Flügelstürmer in der National League, übernimmt für die nächsten zwei Saisons das Offensiv-Coaching der Bianconeri. Sein Auftrag: die individuelle Schärfe der Stürmer schleifen, wo zuletzt zu viele Chancen ungenutzt blieben.
Die murray-dna ist programm in lugano
Vater Andy coachte 1992, Bruder Brady schoss von 2008 bis 2015 Tore – nun komplettiert Jordy das Familien-Triple. Die Verpflichtung ist kein Sentiment, sondern Strategie. Sportchef Janick Steinmann spricht von „einem ausgeprägten Gefühl für Raum und Zeit“, das Murray mitbringt – Fachjargon für: Er weiß, wo sich Tore verstecken.
Nach seinem Karriereende 2016 baute der US-Kanadier in der NCAA ein Lehrstück auf: Erst Notre Dame, dann Meister mit Michigan, zuletzt Colorado College. Über fünf Jahre analysierte er Top-16-Talente, arbeitete an Schritten, Handgelenk, Zugang zum Slot. Die Datenlage ist eindeutig: Unter seiner Anleitung stieg das Shoting-Percentage der Top-Linien in Ann Arbor um 1,8 Prozent – ein Wert, der in der NL zwischen Viertelfinale und Halbfinale liegen kann.

Was lugano wirklich holt: ein effizienz-techniker
Die Zahlen der abgelaufenen Saison lagen im Raum wie schlechte Luft: Rang fünf reichte für die Playoffs, doch im Viertelfinal kam der HCL nie über 2,1 Tore pro Spiel hinaus. Genau dort setzt Murray an. Headcoach Tomas Mitell überträgt ihm die Einzelbetreuung der Angreifer – kein Nebenjob, sondern Kernaufgabe. „Skills-orientiert“ nennt das der Klub, gemeint ist: Jeder Stürmer erhält ein persönliches Paket aus Video, Analytics und Eis-Drills.
Die ersten Testspiele im August werden zeigen, ob Murrays College-Methoden mit dem schnelleren, raueren NL-Tempo verschmelzen. Steinmann nimmt die Diskussion vorweg: „Wir wollen nicht schöner, wir wollen effektiver spielen.“ Ein Satz, der klingt, als hätte er die verpassten Großchancen gegen Genf noch auf der Netzhaut.
Für Murray selbst ist die Rückkehr ein Heimspiel in fremden Stadien. Er kennt die kleinen Eisflächen, die italienischen Referees, die Stimmung in der Cornèr-Arena. Doch diesmal steht er nicht an der Bande, sondern vor dem Whiteboard. Sein Vertrag läuft bis 2026, mit Option auf Verlängerung – genug Zeit, um die Murray-DNA nicht nur in die Vereinsgeschichte, sondern in die Netzkonstruktion der Gegner zu schreiben.
