Münchener handball: klein plant große ziele nach fusion!

Die bayerische Handballszene erlebt aufregende Zeiten. Mit der Fusion von TuS Fürstenfeldbruck und ambitionierten Plänen unter der Leitung von Weltmeister Dominik Klein scheint München kurz davor zu stehen, den Sprung an die nationale Spitze zu schaffen. Ein Umbruch, der lange auf sich warten ließ, könnte endlich bevorstehen.

Die geburt einer handball-gemeinschaft

Es ist kein Geheimnis, dass Dominik Klein, der gebürtige Münchner und Weltmeister von 2007, sich seit Jahren für die Stärkung des Handballs in seiner Heimatstadt einsetzt. Der 42-Jährige, bekannt aus der ARD-Berichterstattung, hat nun gemeinsam mit Steffen Weinhold und Lisa Bieberbach die „Handballgemeinschaft München“ ins Leben gerufen – ein Projekt, das weit mehr als nur ein Zusammenschluss ist. Die Fusion mit dem TuS Fürstenfeldbruck, bald als „HG München Fürstenfeldbruck“ bekannt, markiert dabei erst den Anfang einer größeren Vision.

„Die Idee war von Anfang an, eine Perspektivmannschaft für die vielen Talente in der Region zu schaffen“, erklärt Klein im exklusiven Gespräch mit Sport1. „Dafür braucht es die Möglichkeit, sportlich möglichst hoch einzusteigen – und genau da kommt Fürstenfeldbruck ins Spiel. Sie bringen jahrelange Drittliga-Erfahrung, eine starke Tradition und vor allem die Offenheit, gemeinsam etwas Neues aufzubauen.“

Warum münchen bisher hinter den erwartungen zurückblieb

Warum münchen bisher hinter den erwartungen zurückblieb

Die Frage, warum München bisher nicht zu den Handball-Hochburgen Deutschlands gehört, beschäftigt Klein ebenso wie die Fans. „Das Problem ist weniger das Talent – davon gibt es hier genug. Die Jugendarbeit in der Region ist hervorragend“, so der ehemalige DHB-Nationalspieler. „Aber es fehlt die Perspektive vor Ort. Viele Talente gehen früh nach Leipzig, Berlin oder Magdeburg, weil dort die Strukturen und Internate vorhanden sind. Dadurch verliert München seine besten Spieler – und ohne sie lässt sich natürlich kein Spitzenhandball aufbauen. Wir wollen diesen Kreislauf nun durchbrechen.“

Die Resonanz auf das Projekt war überraschend positiv. „Wir haben von Anfang an mit externen Beratern gearbeitet, die ohne Vereinsbrille auf das Projekt geschaut haben“, betont Klein. „Dadurch ging es schnell nicht mehr um das ‚Warum‘, sondern um das ‚Wie‘. Die Initiative kam sogar aus Fürstenfeldbruck – mit der klaren Frage, ob wir diese Vision gemeinsam angehen wollen.“

Die ziele sind klar: bundesliga und mehr

Die ziele sind klar: bundesliga und mehr

Obwohl die „Brucker Panther“ aktuell mit dem Abstieg in der 3. Liga kämpfen, blickt Klein optimistisch in die Zukunft. „Natürlich hoffen wir noch auf mögliche Szenarien wie eine Relegation, um die Liga zu halten. Aber wir planen aktuell mit der vierten Liga.“ Das langfristige Ziel ist jedoch klar: die Bundesliga. „Das wäre unser großes Ziel“, sagt Klein. „Aber wir müssen seriös bleiben. Aufstiege lassen sich nicht planen. Was wir aber planen können, sind die Strukturen – mit professioneller Führung, einem starken Trainerteam und einem leistungsfähigen Kader.“

Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist die Heim-WM 2027, bei der München wieder eine große Rolle spielen wird. „Die deutsche Mannschaft wird zum Beispiel hier ihre Gruppenspiele austragen. Genau dort wollen wir ansetzen“, so Klein. „Unser Ziel ist es, den Standort nachhaltig zu stärken – sowohl im Jugendbereich als auch im Profibereich.“

Und was bedeutet das Projekt für die Fans? „Die Fans und die Atmosphäre in der Wittelsbacher Halle sind etwas ganz Besonderes“, schwärmt Klein. „Da kommt ganz München zusammen, um die Panther in ihrem Käfig spielen zu sehen. Diese Leidenschaft und Nähe zum Sport sind ein zentraler Bestandteil unserer DNA.“

Die Handballgemeinschaft München ist mehr als nur ein Verein – sie ist eine Bewegung. Eine Bewegung, die das Potenzial hat, München zu einer neuen Handball-Macht in Deutschland zu machen. Die ersten Schritte sind getan, die Zukunft verspricht Spannung. Die Stadt hält den Atem an.