Bayern zittert vor leverkusen: gnabry & co. fehlen, kofane auch – pokal-kracher mit offenem ausgang

München schwitzt. Noch juckt der 4:0-Furor gegen Real Madrid in den Knochen, doch schon am Mittwoch droht dem FC Bayern die nächste Belastungsprobe. Im Halbfinale des DFB-Pokals muss das Team von Vincent Kompany bei Bayer Leverkusen antreten – und das ohne zwei Schlüsselspieler: Serge Gnabry (30) und Jungspund Lennart Karl (18) fallen mit Muskelfaserrissen aus. Die Adduktoren des Nationalspielers, die Oberschenkelmuskulatur des Talents – beide hecheln vom Behandlungstisch.

Bayern muss alte pokal-wunde verwalten

Bayern muss alte pokal-wunde verwalten

Die Erinnerung ist noch frisch. Vor einem Jahr schickte Leverkusen die Münchner mit einem 1:0 aus der Arena, schon im Achtelfinale. Diesmal wollen die Werkselfen den nächsten K.o.-Schlag landen, doch auch sie müssen improvisieren. Torjäger Christian Kofane (19) fehlt mit einer Oberschenkelblessur, wie Sport BILD erfuhr. Sieben Saisontreffer, viel Power beim Anlaufen – genau diese Wucht wollte Trainer Kasper Hjulmand (54) gegen die Bayern einsetzen. Jetzt rückt wohl Patrik Schick in die Startelf, der zuletzt wieder Lust auf Tore verspürte.

Die personelle Lage auf beiden Seiten verflüchtigt den Favoritenstatus. Bayern zwar mit dem Rückenwind des Clasico-Siegs, aber ohne Gnabrys Tempo und Karls unbekümmerte Dribblings. Leverkusen wiederum ohne Kofanes Durchbruchslust, dafür mit einem Florian Wirtz, der gegen Madrid bereits die Räume zog wie ein junger Göttervater. Die Frage lautet nicht mehr, wer stärker ist, sondern wer sich schneller umstellt.

Parallel bahnt sich am Donnerstag das zweite Semifinale an: VfB Stuttgart empfängt SC Freiburg. Zum ersten Mal seit drei Jahren tummeln sich ausschließlich Bundesligisten unter den letzten Vier – ein Beleg für die zunehmende Dichte der Liga, aber auch für die Macht der großen Budgets. Titelverteidiger Bayer Leverkusen will die Pokalschale nach 1993 erneut nach Leverkusen holen, der Rekordsieger FC Bayern nach 2020 endlich wieder.

Anpfiff in der BayArena ist am Mittwoch um 20.45 Uhr, live im ZDF, Sky und im Sport BILD-Ticker. Die Vorberichte spucken bereits die alte Leier von der „Rache“ für das Vorjahr aus. Doch der Begriff passt nicht. Es geht um Mayonnaise statt Rache: Wer sich ins Finale streicht, kann am 25. Mai in Berlin das Sandwich der Sieger schmieren. Der Verlierer bleibt auf dem trockenen Brot der Saison sitzen – egal, wie laut die Analyse danach wird.