Müller-mania in der mls: baumgartl scherzt über deutsche dominanz
Die Major League Soccer erlebt einen regelrechten deutschen Ansturm, und Thomas Müller ist zweifellos der Star, der die größten Wellen schlägt. Doch der Erfolg des Bayern-Idols in Vancouver hat auch eine humorvolle Kehrseite: Liga-Kollege Timo Baumgartl lässt die Entwicklung nicht unironisch an sich vorüberziehen und deutet eine gewisse Unzufriedenheit bei einigen amerikanischen Teamkollegen an.
Ein auswanderer-boom, der diskussionen auslöst
Neun Monate ist es nun her, dass Thomas Müller in der MLS für Furore sorgt. Der Routinier schaffte es in seiner ersten Saison direkt ins Playoff-Finale – ein Erfolg, den Baumgartl so kommentiert: „Er hat natürlich in Vancouver eine deutsche Euphorie erzeugt. Die Liga zieht natürlich Stars an, aber mit Thomas Müller haben wir natürlich jemanden, der gerade für uns Deutsche ein Aushängeschild ist. Ich glaube, den kennt jeder.“ Doch dieser Erfolg kommt nicht ohne Konsequenzen. Die zunehmende Anzahl deutscher Spieler in der Liga führt zu Diskussionen, wie Baumgartl in einer Medienrunde verriet.
„Uns wird schon immer wieder gesagt, dass schon wieder zu viele Deutsche in der Liga spielen“, scherzte der Innenverteidiger, der bei St. Louis City unter Vertrag steht. Ein Blick auf seinen eigenen Verein zeigt, dass die Bemerkung nicht von ungefähr kommt: Neben Baumgartl gehören Ben Lundt, Marcel Hartel, Eduard Löwen und Cedric Teuchert zum deutschen Kern des Teams. Zusätzlich ist der deutschsprachige Torwart Robin Bürki Teil des Kaders. Der Trend setzt sich weiter fort: Marco Reus gewann bereits im Vorjahr mit LA Galaxy die Meisterschaft, und im Januar 2026 stieß Timo Werner zu den San José Earthquakes. Auch Tottenham-Star Heung-Min Son schloss sich im Sommer dem MLS-Abenteuer an, und für die kommende Saison hat sich bereits Antoine Griezmann für Orlando City verpflichtet – ein weiterer internationaler Top-Name.
Baumgartl, der zuvor für den VfB Stuttgart, Union Berlin und Schalke 04 in der Bundesliga spielte, betonte, dass er seit seinem Wechsel nach St. Louis im Januar 2025 bereits 29 Partien bestritten habe und am vergangenen Sonntag sein erstes Tor für sein neues Team erzielte. Müller hingegen führte Vancouver am vergangenen Spieltag mit einem 2:0-Sieg gegen New York City FC an die Tabellenspitze. Die MLS hat sich in den letzten Jahren zu einem attraktiven Ziel für etablierte Stars entwickelt, und die deutsche Beteiligung scheint dabei eine immer größere Rolle zu spielen.

Die balance zwischen internationaler klasse und lokaler entwicklung
Es bleibt abzuwarten, ob die zunehmende Konzentration deutscher Spieler in der MLS langfristig positive Auswirkungen auf die Liga haben wird. Während die Anwesenheit von Stars wie Müller und Reus zweifellos für mehr Aufmerksamkeit und Qualität sorgt, könnte es auch die Entwicklung amerikanischer Talente behindern. Die Herausforderung für die Liga besteht darin, eine Balance zu finden zwischen der Anwerbung internationaler Stars und der Förderung des eigenen Nachwuchses. Denn eines ist klar: Die MLS ist auf dem besten Weg, sich als ernstzunehmende Top-Liga zu etablieren – und die deutsche Fraktion spielt dabei eine immer größere Rolle.
