Müller lacht über dfb-comeback: „null prozent – und kerner will’s wissen“
Thomas Müller hat die Frage nicht einmal kommen sehen. Johannes B. Kerner lieferte sie ihm trotzdem, live in der MagentaTV-Sendung „Bestbesetzung“. Ob er denn wirklich nie wieder für den DFB auflaufen würde? Müllers Antwort kam so schnell wie ein Zwischenpass in den Lauf von Leroy Sané: „Null.“ Keine Zögerei, keine PR-Floskel. Nur ein Lächeln, das sagt: Ich bin Profi, aber ich bin auch 36.
Müller als tv-experte – und warum er selbst noch spielt
Die Szene ist Programm. Kerner drängt, Müller pariert. Dabei trägt der Rekordnationalspieler gerade die Schuhe, mit denen er abends in der MLS noch Gegner alt aussehen lässt. Sein Vertrag bei Inter Miami läuft bis Dezember 2026, das WM-Studio ruft aber schon im Sommer. „Ich habe die Fußballschuhe dabei“, scherzt er und meint damit nicht die Moderatoren-Couch, sondern die Tatsache, dass er theoretisch noch einspringen könnte. Theoretisch. Denn wenn Julian Nagelsmann tatsächlich anrufen würde, „dann hat er eine Meise“, sagt Müller und lacht laut auf. Die Pointe: „Wie viele müssten denn da ausfallen? 15 Offensive?“
Die Wahrheit steckt in der Zahl. 131 Länderspiele, 45 Tore, eine Weltmeisterschaft 2014. Doch die Minuten gegen Spanien im Viertelfinale von EM 2024 waren seine letzten. 39 Minuten, in denen er noch einmal Tempo machte, aber nicht mehr retten konnte. „Ich bin ja noch aktiver Spieler“, sagt er, „aber die Sweet Spots werden kleiner.“ Wer genau hinsieht, erkennt den Unterschied: Früher war er der Raumdeuter, heute ist er der, der den Raum erklärt – vor der Kamera statt auf dem Platz.

Bayern-aus kam „kommunikativ schräg“
Der Abschied aus München war kein Freundschaftsspiel. „Es gibt kein Geheimnis: Ich hätte gern weitergemacht“, sagt Müller. Was folgte, war ein Sommer voller Nachfragen, aber keine Antworten aus der Vereinsführung. „Kommunikativ war das schon schräg“, gibt er offen zu. Trotzdem hängt keine Schuldzuweisung in der Luft. „Bei meinem Abschied hat man gemerkt: nichts ist hängen geblieben.“ Die Tür bleibt offen – auch für eine Rückkehr, vielleicht als Sportdirektor, vielleicht als Berater, vielleicht als jemand, der einfach nur „Basti“ schreit, wenn Schweinsteiger vorbeiläuft. „Ich bin ein Nichts-Ausschließer“, sagt Müller. Das klingt nach Spruch, ist aber Strategie. Wer nichts ausschließt, behält alle Optionen.
Am Ende bleibt ein Fakt: Müller wird die WM 2026 nicht als Spieler erleben, aber als Erzähler. Und das ist kein Trostpreis, sondern ein neues Kapitel. Denn wenn er in den Monitor blickt, wird er wissen: Dort draußen läuft jemand mit seinem Tempo, seiner Art, seinem Blick – und ihm bleibt nur noch eins: den Jungen live erklären, warum der Laufstall hinten offen ist. Kein Comeback, aber ein Weiter-so. Mit null Prozent Wahrscheinlichkeit – und hundert Prozent Müller.
