Mourinho am scheideweg: benfica droht historische blamage!
José Mourinho, der portugiesische Trainer-Ausnahmekünstler, steht vor einer Zäsur. Nach einer Saison ohne Titel – ein Luxus, den sich selbst ambitionierte Klubs kaum erlauben können – droht ihm nun die vierte hintereinanderfolgende Saison ohne bedeutenden Erfolg. Die Conference League-Erfahrung mit der Roma wirkt wie eine ferne Erinnerung, während die jüngsten Enttäuschungen im portugiesischen Pokal und der Liga den Druck immens erhöhen.

Die liga als letzte rettung – ein aussichtsloses unterfangen?
Acht Spiele bleiben Mourinho, um das Ruder herumzureißen und doch noch die Champions League-Qualifikation zu sichern. Doch die Ausgangslage ist alles andere als rosig. Benfica liegt mit zwei Punkten hinter Sporting CP und sieben Zählern hinter dem Tabellenführer FC Porto. Die Mathematik ist klar, wie Mourinho seinen frustrierten Spielern unmissverständlich mitteilte: „Einige Spieler scheinen den Fußball vergessen zu haben. Ich habe ihnen ein paar Rechnungen präsentiert.“
Der Unentschieden-Vergleich mit Casa Pia (1-1) offenbarte tiefe Gräben in der Mannschaft. Mourinho, sichtlich angefressen, wirkte wie ein Mann, der dem Ausnahmezustand ins Auge blickt – und das zu Recht. Denn Benfica ist zwar das einzige ungeschlagene Team der Primeira Liga, doch diese bemerkenswerte Konstanz scheint sich nicht in Punkten zu manifestieren.
Es ist eine ironische Situation, die sich abzeichnet: Benfica könnte als ungeschlagenes Team die Saison beenden, ohne die Meisterschaft zu erringen. Eine historische Parallele dazu findet sich in der Saison 1977/78, als die Eagles ebenfalls ohne Niederlage blieben, am Ende jedoch den FC Porto hinter sich lassen mussten.
Die Erinnerung an diese bittere Erfahrung scheint Mourinho zu verfolgen. Er hatte selbst im Januar noch von der Stärke seines Teams gesprochen: „Wir sind nicht Weltklasse, aber wir machen es nicht schlecht. Wir sind das einzige Team, das in Portugal ungeschlagen ist.“ Diese Worte klingen heute hohl, angesichts der aktuellen Tabellensituation und der zunehmenden Zweifel an seiner Führung.
Die Medien spekulieren bereits über Mourinhos Zukunft. Jorge Mendes, sein langjähriger Berater, soll ihm laut CNN Portugal geraten haben, Benfica am Ende der Saison zu verlassen – trotz eines bis 2027 laufenden Vertrags. Mourinho wies diese Gerüchte jedoch entschieden zurück: „Jorge Mendes ist mein Agent, aber ich bin der Besitzer meiner eigenen Entscheidungen. Und meine Entscheidung ist, dass ich gerne bei Benfica bleiben möchte.“
Rui Costa, der wiedergewählte Präsident des Klubs, bekräftigte sein Vertrauen in den Portugiesen: „Wir haben weiterhin Mourinho auf der Bank, er ist der Richtige, um dieses Team zu führen. Wir stimmen überein.“ Ob diese Worte mehr als leere Versprechungen sind, wird die kommenden Wochen zeigen. Die Fans bangen, die Medien spekulieren, und José Mourinho muss liefern – oder riskieren, eine weitere Saison in der Bedeutungslosigkeit zu verbringen.
