Moukoko versinkt mit kopenhagen im historischen tief: pokal als letzte rettung

Der FC Kopenhagen schreibt Geschichte – nur leider die falsche. Zum ersten Mal seit Einführung der Meisterrunde 2020 verpasst der dänische Rekordmeister die Top-6 und rutscht in den Abstiegskampf. Youssoufa Moukoko, einst BVB-Wunderkind, wird zum Gesicht der Misere.

Die Schmach perfekt machte ein Elfmeter in der 102. Minute beim 1:2 gegen Randers. Die Boulevardzeitung Ekstra Bladet fasste die Lage in zwei Worten zusammen: „FC Katastrophe“. Trainer Jacob Neestrup brauchte nach Abpfiff nur ein Wort: „peinlich“.

Ein verein, keine mannschaft in der krise

Die Zahlen sind gnadenlos. Neun Niederlagen nach 22 Spielen, Platz sieben, 13 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Midtjylland. Die Fans ließen ihre Wut an Pappkärtchen ab: „Ihr seid alle schuld – schämt euch!“ Der Ex-BVB-Profi Thomas Delaney nahm die Schuld auf sich, fand aber kaum Worte: „Ich schäme mich zutiefst.“

Doch die Krise ist längst keine Frage der Formkurve. Sportdirektor Sune Smith-Nielsen musste gehen, weil er 100 Millionen Kronen an Transfergebühren verbrannt hat. Moukoko kostete fünf Millionen Euro und liefert dafür drei Treffer und einen Assist. Dominik Sarapata, polnisches Winter-Talent, ist schon wieder in die Heimat verliehen. Die Kaderplanung glich einem Spielkasino – mit dem Hausvorteil auf Seiten des Bankrotts.

Moukoko kam in der 57. Minute, blieb blass. Sein Sprint in die Tiefe war noch die einzige Szene, die die Nordkurve aufjauchzen ließ. Danach schlich er mit gesenktem Kopf vom Feld. Ein Symbolbild für eine ganze Saison.

Letzter strohhalm pokal: finale als rettungsanker

Letzter strohhalm pokal: finale als rettungsanker

Hoffnung heißt Viborg FF. Im Pokal-Halbfinale führte Kopenhagen das Hinspiel 2:1, das Rückspiel steigt am Samstag. Ein Finale würde Europacup-Qualifikation bedeuten – und damit das Minimalziel, die europäische Präsenz, retten. Neestrup redet sich bereits warm: „Wir alle wissen, was zu tun ist.“

Die Rechnung ist denkbar einfach: Finale gewinnen, Trophäe holen, Europa-League-Quali sichern – und die verpatzte Liga-Saison in eine footnote der Geschichte verwandeln. Scheitern bedeutet: Leere VIP-Logen, leere Kassen, leere Gesichter. Die dänische Presse wartet schon mit dem nächsten Titel: „FC Kopenhagen – der Abstieg des Nordens“.

Für Moukoko bleibt die letzte Bühne, sich aus der Statistik zu retten. Drei Tore sind keine Visitenkarte, ein Pokal-Treffer könnte die Erinnerung an diese Saison mildern. Der Pokal ist kein Strohhalm mehr, er ist ein Rettungsseil. Und das hängt schon in der Kabine, bereit zum letzten Sprung.