Möregardh bleibt in saarbrücken – und will den pokal gleich doppelt

Truls Möregardh schlägt weiter für den 1. FC Saarbrücken auf. Der schwedische Weltranglisten-Zweite verlängert seinen Vertrag – und das, obwohl halb Europa an seiner Unterschrift schnupperte. Der Grund: Er will nicht nur die Champions League verteidigen, sondern 2027 direkt nachlegen.

Warum der klub nicht mal diskutiert

Nicolas Barrois, Organisationsleiter beim FCS, spricht es offen aus: „Wir haben nicht einmal über Alternativen gesprochen.“ Möregardh sei „die DNA unseres Projekts“. Seit seinem Wechsel vor zwölf Monaten ist der 24-Jährige in der Königsklasse ungeschlagen – im Einzel wie im Doppel. Zahlen, die selbst die skeptischsten Mitglieder des Aufsichtsrats verstummen lassen.

Die Vertragsverlängerung ist kein Geschenk, sondern eine Kampfansage an die Konkurrenz. Denn Saarbrücken hat in dieser Saison das Final Four 2026 auf eigenem Parkett – und damit die einmalige Chance, vor heimischem Publikum den Titel zu wiederholen. Möregardh selbst formuliert es kühl: „Ich kenne die Erwartungshaltung. Und ich mag sie.“

Der schwede, der keine niederlagen kennt

Der schwede, der keine niederlagen kennt

Seit seinem Amtsantritt hat Möregardh 17 Einzelmatches in der Champions League gewonnen – ohne Satzverlust. Eine Statistik, die selbst Timo Boll in seinen besten Jahren nicht erreichte. Die Gegner haben sein Spiel studiert, aber keiner hat eine Antwort gefunden. Sein Geheimnis: Er variiert den Aufschlag so stark, dass selbst Routiniers wie Dang Qiu noch in der Return-Bewegung umdenken müssen.

Intern nennen die Teamkollegen ihn „Der Schwede mit dem Glasblick“. Weil er auch nach dem wichtigsten Punkt keine Emotion zeigt. Weil er nach Siegen nicht jubelt, sondern nur nickt. Und weil er nach Niederlagen – es gibt kaum welche – sofort wieder an der Platte steht, um die nächste Aufschlagserie zu üben.

Die Verlängerung ist auch ein Sieg der Klubphilosophie. Saarbrücken hat in den vergangenen Jahren jeden Cent in Infrastruktur und Analytik gesteckt. Die Halle wurde zur Smart-Arena umgebaut, jeder Ball wird per Kamera erfasst, jede Rotation gemessen. Möregardh nutzt die Daten, um seine Schläge um Millimeter zu korrigieren. Er nennt es „Mikro-Chirurgie am Tisch“.

Die saison, die alles entscheidet

Die saison, die alles entscheidet

Die Champions League 2025/26 beginnt im Oktober. Saarbrücken trifft in Gruppe A auf UMMC Jekaterinburg und TTSC Berlin. Beide Klubs haben in diesem Sommer kräftig investiert – doch keiner konnte Möregardh locken. Stattdessen unterschrieb er bis 2027. Ein klares Signal: Er will Geschichte schreiben, nicht nur mitspielen.

Die Fans haben reagiert: Die Dauerkarten für die Gruppenphase waren binnen 48 Stunden ausverkauft. Auf den Rängen wird ein neues Choreo stehen: Ein riesiger Schwede, der einen Pokar in jeder Hand hält – 2026 und 2027. Die Botschaft ist klar: Erst die Titel, dann die Ruhe.

Möregardh selbst bleibt gelassen. Auf die Frage, ob er sich unter Druck fühle, antwortet er mit einem Achselzucken: „Druck ist, wenn du nicht weißt, warum du aufschlägst. Ich weiß es.“ Dann packt er seine Schläger ein und verschwindet in der Halle. Die nächste Aufschlagserie wartet. Und mit ihr die Chance, ein Jahrhundert-Double zu schaffen.