Monaco kurz vor dem kollaps: james fällt aus, kader schrumpft auf acht mann

Die AS Monaco lebt auf der Überholspur – und das Lenkrad wird locker. Nach dem Rücktritt von Vassilis Spanoulis zieht Mike James sich gegen Olympiakos einen Oberschenkelriss zu, ausgerechnet in der Woche, in der Spanoulis-Nachfolger Manuchar Markoishvili erstmals auf der Bank sitzt.

Die Diagnose: zwei bis drei Wochen Pause. Die Folge: nur noch neun fitte Profis, darunter kein einzender Point Guard in Startformation-Niveau. Der 81:80-Sieg in Piräus, erstunken und erlogen durch Matthew Strazels Buzzer-Beater, ist ein Pyrrhussieg. Das Stadion jubelt, der Staff zittert.

Kein geld, keine krankenkasse, keine alternativen

Kein geld, keine krankenkasse, keine alternativen

Monaco darf nicht einkaufen. Die Transfersperre der EuroLeague hält an, weil die Gehälter von Januar und Februar noch auf der Streichliste stehen. Wer gehen durfte, ging: Yoan Makoundou und David Michineau suchten sich Klubs, die pünktlich zahlen. Verletzt liegen Elie Okobo und Nikola Mirotic ohne Rückkehrdatum im Rehazentrum. Übrig bleibt ein Notstandskader mit Daniel Theis als einzigem erfahrenen Big Man und einer Handvoll Flügelspieler, die sich gegenseitig die Minuten abluchsen.

Die Zahlen sind brutal: 17-14 in der EuroLeague, Platz acht – noch in Reichweite der direkten Play-offs, aber mit einem Spiel mehr als Verfolger Baskonia. In der Liga dominiert Monaco trotzdem mit 18-2, weil Frankreichs zweite Reihe gegen Theis und Nemanja Nedovic keine Antwort findet. Am Samstag kommt gerade noch der Tabellenvorletzte Elfen Nancy ins Gastspiel; theoretisch ein Selbstgänger, praktisch ein Beweis dafür, dass Jugendspieler wie 17-jährige Hugo Besson jetzt Kaderplätze erhalten, für die sie noch nicht bereit sind.

Markoishvili muss improvisieren. Seine einzige echte Ballhandler-Option ist Strazel, 1,83 m groß und eigentlich ein Shooter. Die restlichen acht Profis sind entweder Flügel oder Bigs – kein klassischer Spielmacher. Die Lösung: 40 Minuten Switch-Defense und hoffen, dass Theis in der Post nicht foult. Gegen Olympiakos klappte es mit 26 Punkten aus Fastbreaks und 11 offensive Rebounds. Ob das Rezept gegen bessere Gegner reicht, steht auf einem anderen Blatt.

Die Uhr tickt. In zwei Wochen gastiert Real Madrid im Salle Gaston Médecin, danach folgt das Rückspiel bei Bayern München. Ohne James droht Monaco der Absturz auf Platz zehn – und dann winkt nicht nur das Play-out, sondern auch das finanzielle Aus, weil die TV-Prämien mit jedem entgangenen Heimspiel schrumpfen.

Der Klub schweigt zu Details über mögliche Insolvenz, doch intern kursiert ein Dossier mit Einsparvorschlägen: Gehaltsstundungen bis Juli, Ausflugsmanager statt Charterflüge, Hotelübernachtungen in Drei-Sterne-Häusern. Spieler berichten anonym, dass selbst die Proteinriegel rationiert werden. Die Botschaft lautet: gewinnt bis zur Pause, sonst wird der Kader statt verstärkt abgebaut.

Spanoulis, der seine Kündigung per Instagram verkündete, sitzt in Athen und kommentiert nicht. James postet aus dem MRT ein Foto mit der Unterschrift „Back soon“ – ein Versprechen, das angesichts des Kalenders wie Hohn klingt. Für Monaco bleibt nur das Spiel mit dem Feuer: acht Mann, ein Traum, null Puffer. Wenn gegen Nancy auch noch ein weiterer Muskelfaserriss passiert, ist selbst der Abstieg in der EuroLeague keine Fiktion mehr.