Mkhitaryan droht ausfall: inter zittert vor florenz und um den titel

Henrikh Mkhitaryan zieht sich beim Remis gegen Atalanta eine Muskelverletzung zu – und reißt beim Tabellenführer eine Schneise der Unsicherheit auf. Der Armenier muss am Sonntag in Florenz wohl passen, vielleicht noch länger. Für Trainer Cristian Chivu wird die Personalie zum Nagelprobe: Sieben Mittelfeldspieler stehen zur Verfügung, doch nur einer glänztwirklich.

Der mann, der eigentlich schon abgeschrieben war

Mkhitaryan wird im Januar 38 – ein Alter, das bei Inter unter Oaktree-Capital-Regime eigentlich automatisch zum Exit führt. Doch die Zahlen sprechen gegen die Jugendpflicht: Drei Punkte gegen Lecce, zwei Assists im Januar, ein Tor gegen Genua, das die Partie auf 1:0 drehte. Ohne ihn verflacht das Spiel, wird der Druck auf den Gegner zur Halbchance.

Die Mediziner untersuchen heute die Oberschenkelmuskulatur. Erste Prognose: mindestens eine Woche Pause. Das reicht, um die Partie bei Fiorentina zu verpassen – und vielleicht auch das Topspiel gegen Mailand am Wochenende danach. Denn der Gegner wartet auf den ersten Fehler, und die Rossoneri sind nur zwei Punkte dahinter.

Ein mittelfeld voller fragezeichen

Ein mittelfeld voller fragezeichen

Calhanoglu laboriert an der Hüfte, Barella wirkt seit Wochen wie eingebremst, Frattesi rutscht immer weiter raus, Sucic ziert sich im Zweikampf. Nur Zielinski hält die Stellung – und das ist das eigentliche Drama. Ein Klub, der um die Meisterschaft spielt, darf sich nicht auf eine einzelne Konstante verlassen müssen.

Chivu hat in den letzten Tagen intern schon über ein Notfall-Szenario gesprochen: Darmian auf der Sechs, Barella tiefer, Asllani als Sechser-Libero. Doch das ist Notlösung, keine Lösung. Der Plan A hieß Mkhitaryan – und der liegt jetzt auf der Trage.

Die Verantwortlichen wollen sich erst nach den Untersuchungen festlegen. Intern heißt es: „Wenn die Diagnose milde ausfällt, verlängern wir bis 2025. Wenn nicht, ziehen wir den Stecker.“ Die Entscheidung fällt innerhalb der nächsten 72 Stunden, parallel zur Meisterschaftsentscheidung.

Inter gewinnt derzeit Spiele nicht durch Dominanz, sondern durch Durchsetzungskraft. Genau diese verliert man, wenn Mkhitaryan fehlt. Die nächsten zwei Wochen entscheiden also nicht nur über den 21. Scudetto – sondern auch darüber, ob der älteste Mittelfeldspieler der Liga doch noch eine Saison bleibt. Die Uhr tickt. Und sie tickt laut.