Mit 40 trägt dzeko ein ganzes land: bosniens letzter könig

Edin Dzeko hat den FC Schalke 04 in die Bundesliga zurückgekatapultiert und fliegt 24 Stunden später mit der bosnischen Nationalmannschaft nach Amerika, wo drei Millionen Menschen auf ihm lasten. Die Play-off-Sensation gegen Italien war erst der Auftakt.

Ein körper wie stahl, ein kopf wie ein taktikbuch

Seine Statistik liest sich wie ein Wettbewerb gegen die Zeit: 73 Tore und 30 Assists in 148 Länderspielen. Nationaltrainer Sergej Barbarez formuliert es nüchtern: „Wenn ich sehe, wie er die Jungen ansteckt, geht mir das Herz auf.“ Kein Pathos, nur Tatsache.

Die Gruppe B ist kein Zuckerl. Kanada, die Schweiz, Katar – jeder Gegner versteckt ein anderes Problem. Dzekos Lösung: Er spielt sich ein, egal ob zentral oder aus dem Halbraum. Seine Laufbewegungen sind seit 20 Jahren identisch, nur die Geschwindigkeit hat angepasst. Mit 40 Jahren trifft er noch in der 87. Minute – wie gegen Kaiserslautern, als er 0:2 in 2:2 verwandelte.

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Wolfsburg 2009: Meisterschaft mit Grafite und Misimović. Manchester City: 50 Tore in 130 Partien. Rom: 85 Tore, 89 Assists, ein Stadtderby-Hattrick. Dann Inter, Fenerbahçe, Florenz – und plötzlich Schalke. Ein Wintertransfer mit 39 Jahren und zehn Monaten. Der Klub stieg auf. Die Kurve sang sein Namen.

Sein Körper funktioniert auf Sparflamme, aber das Hirn arbeitet im Höchstgang. Beim Training in Zenica posiert er mit der Nummer 11, immer vorne, immer mittig. Die jungen Spieler nennen ihn „Stari“ – der Alte. Er antwortet mit Toren.

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Am Freitag, 21 Uhr Ortszeit, steht er im MetLife Stadium in New Jersey. Die Fans aus Sarajevo, Banja Luka und Mostar haben ihre Flags schon gehisst. Die Schweiz wartet im zweiten Spiel – ein Klassiker, Druck pur. Aber wer Dzeko kennt, weiß: Er braucht Druck, sonst geht der Motor nicht hoch.

Bosnien-Herzegowina war noch nie im Achtelfinale einer WM. Die Quoten sind schlecht. Aber die Quote auf Dzeko war schon immer schlecht – bis er sie zerbrach.

Jetzt fliegt er mit 40 Jahren in sein zweites WM-Turnier und trägt ein Land auf den Schultern. Die Schultern halten. Die Fäuste sind geballt. Die Zeit läuft – und Dzeko mit.