Milosavljev schlägt zurück: finale gegen barcelona im visier!
Ein Faustschlag ins Gesicht, Schockstarre, dann die ungebrochene Willensstärke: Dejan Milosavljev, der serbische Rückhalt der Füchse Berlin, hat im Halbfinale der Champions League gegen Magdeburg eine schwere Verletzung erlitten. Doch der Keeper meldet sich mit einer Kampfansage zurück – und das vor dem Duell gegen den FC Barcelona.
Die nacht des schreckens und die entschlossenheit des keepers
Die Szene wird ihm wohl noch lange im Gedächtnis bleiben: Albin Lagergrens Wurf trifft Milosavljev direkt ins Gesicht, der Berliner Bank hält den Atem an. Eine schwere Nacht mit Kopfschmerzen folgt, doch der 30-Jährige gibt grünes Licht für das Finale. „Ich bin bereit“, verkündet er selbstbewusst. Der Mann, der die Füchse so oft gerettet hat, will auch im letzten Spiel seiner Berliner Zeit alles geben.

Ein duell der giganten: nielsen gegen milosavljev
Das Finale am Sonntag in der Kölner Lanxess-Arena verspricht Handball auf höchstem Niveau. Es kommt zum Aufeinandertreffen zweier absoluten Torwart-Superstars: Emil Nielsen, der dänische Olympiasieger und mehrfache Welt- und Europameister, und Dejan Milosavljev. Beide Giganten im Kasten, beide über 1,95 Meter groß und über 120 Kilo schwer – sie sind die Kraftpakete, die Spiele entscheiden können. Nielsen gilt als der weltbeste Torwart, aber Milosavljev lässt sich nicht unterkriegen. Nach seinem Schreckmoment wirkt er noch fokussierter, noch entschlossener.
„Ich habe diese Saison schon einige Bälle ins Gesicht bekommen“, gesteht Milosavljev. „Aber das ist jetzt egal. Ein bisschen Physiotherapie, vielleicht eine Tablette, und dann geht das schon.“ Er räumt ein, im Halbfinale nicht sein bestes Spiel abgeliefert zu haben, aber er will sich davon nicht entmutigen lassen. „Ich muss etwas anderes machen, ich brauche mehr Emotionen. Und dann halte ich eben alles hin, damit die Bälle nicht reingehen, auch wenn’s zehnmal gegen den Kopf geht, scheißegal.“

Abschied in berlin: tränen und eine verpasste chance
Für Milosavljev ist das Finale nicht nur sportlich von Bedeutung, sondern auch emotional. Nach sieben Jahren in Berlin verlässt er den Verein und wechselt nach Kielce. Der Abschied fällt ihm schwer, insbesondere für seine Frau Marina und seine Kinder Ruza und Kosta, die sich in Berlin zuhause fühlen. Eine verpasste Chance, länger bei den Füchsen zu bleiben, bedauert er ebenfalls. Ein Angebot der Füchse kam zu spät, da er sich bereits für Kielce entschieden hatte.
Ab Juli wird das neue Torwart-Gespann der Füchse aus Lasse Ludwig und Andreas Palicka bestehen. Milosavljev hinterlässt große Schuhe – und die Hoffnung, dass er sich mit einem Sieg gegen Barcelona in die Geschichte des Vereins schreiben kann.
Die Füchse verlassen die Liga als Pokalsieger und Vize-Meister. Milosavljev, der Mann mit den Wahnsinns-Reflexen, der die letzten Sekunden so oft entschieden hat, will diesen Abschied mit dem größten Titel krönen. Ein letzter Aufschrei, ein letzter Hechtsprung – und dann heißt es Abschied nehmen. Aber zuerst: Finale gegen Barcelona!
