Luka bozic löscht hitler-foto – granada trennt sich sofort

Kroatens Basketball-Profi Luka Bozic hat mit einem einzigen Instagram-Story ein Fass aufgemacht, das selbst hartgesottene Liga-Insider schaudern lässt. Die Rede ist von einem Schwarz-Weiß-Schnappschuss des Buches „Mein Kampf“, den der 28-Jährige am späten Dienstagabend kurz in seiner Story teilte – und binnen Minuten wieder löschte, als die Shitstormsirenen auf Twitter und TikTok losheulten.

Die reaktion folgte auf dem fuß

Was danach passierte, liest sich wie eine Lehrstunde in Sachen Employer-Branding. Granada-Fans überfluteten die Kanäle des Klubs mit Screenshots, Sponsoren schalteten sich ein, und interne Chats brodelten. Am Mittwochmorgen um 9:14 Uhr Ortszeit bestätigte die Andalusier offiziell die „sofortige einvernehmliche Trennung“ von Bozic. Kein Vertragsende zum Saisonfinale, kein „Wir prüfen den Vorfall“ – einfach Schluss.

Bozic selbst schob noch einen Rettungsversuch hinterher: „Ich lese viele historische Werke, um Geschichte zu verstehen. Das Foto war kein Statement, sondern Teil meiner Lektüre“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Die Erklärung wirkt, als wäre sie vom Anwalt formuliert worden. Zu spät. Die Assoziation mit einem der dunkelsten Kapitel des 20. Jahrhunderts klebt nun an seinem Namen wie ein pechschwarzer Flicken.

Warum der fall granada alle clubs alarmiert

Warum der fall granada alle clubs alarmiert

Die Liga Endesa hatte erst im Dezember eine Anti-Diskriminierungs-Kampagne gestartet. Bozics Post ist der erste Testfall – und er zeigt, wie wenig Spielraum Profis noch haben. Ein falscher Klick, ein unbedachtes Hashtag, und die Karriere schrammt an der Wand. Granada zahlt die restlichen 170.000 Euro Gehalt aus, verzichtet aber auf eine Ausstiegsklausel. Der Spieler fliegt raus, der Verein rettet das Image.

Der Kroate stand ohnehin auf der Abgabliste. Seine Statistik: 6,3 Punkte, 38 % Feldwurfquote, Defensive mit Lücken. Jetzt hat er ein zusätzliches Problem: Welcher Club unterschreibt einen Vertrag mit einem Athleten, dessen Google-Ergebnisse auf Seite eins mit „Hitler“ verknüpft sind? Die Antwort dürfte lauten: Keiner in der oberen Tabellenhälfte.

Bozic fliegt nach Split zurück. Dort wartet eine PR-Agentur, die bereits an einer „Wiedergutmachungs-Tour“ bastelt. Bisher klingt alles nach klassischer Schadensbegrenzung. Doch die Bilder bleiben im Netz – und die Liga Endesa hat ein neues Lehrbeispiel für Social-Media-Schulungen.