Miles davis: jazz-legende und auto-enthusiast feiert 100. geburtstag

Ein Jahrhundert nach seiner Geburt wird Miles Davis nicht nur als einer der größten Jazzmusiker aller Zeiten gefeiert, sondern auch als ein Mann mit einer unerschütterlichen Leidenschaft für luxuriöse Automobile. Seine Sammlung von Fahrzeugen spiegelte seinen unkonventionellen Stil und sein Streben nach Perfektion wider – eine Erweiterung seiner musikalischen Vision.

Von jaguars bis ferraris: davis' liebe zur geschwindigkeit

Der „Prinz der Dunkelheit“ des Jazz hatte einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik, der sich in allen Bereichen seines Lebens manifestierte, von seiner Musik bis hin zu seiner Garderobe. Und natürlich auch in seiner Wahl der Fahrzeuge. Seine Garage beherbergte eine beeindruckende Auswahl an Autos, darunter Mercedes, Jaguar, Lamborghini und vor allem Ferrari – allesamt Symbole für Exzellenz und Rebellion gegen die Mittelmäßigkeit, Werte, die Davis hochhielt.

Seine Karriere wurde von einem ständigen Drang nach Innovation und Veränderung geprägt, und diese Energie fand ihren Ausdruck auch in seiner Liebe zu schnellen Autos. Er fuhr sie entlang der Küste von Malibu, vor den Kameras von Miami Vice und durch die Straßen von New York, oft mit Geschwindigkeiten, die zu Unfällen und Auseinandersetzungen mit der Polizei führten. Wie er selbst sagte, war das Fahren für ihn so wichtig wie die Musik.

Ein spektakulärer unfall mit einer lamborghini miura

Ein spektakulärer unfall mit einer lamborghini miura

Ein besonders dramatisches Kapitel in Davis' automobiler Geschichte ist der schwere Unfall, den er 1972 mit einer Lamborghini Miura SV erlitt. Der Wagen wurde bei dem Vorfall, der sich in der Nähe der West Side Highway ereignete, völlig zerstört, und Davis selbst brach sich beide Beine. Berichten zufolge war er in einer Phase persönlicher Schwierigkeiten, die von einer Rückkehr zur Heroin-Abhängigkeit geprägt war. James Glickenhaus, der den Unfall beobachtete, erinnert sich, dass Davis mit über 100 km/h in eine Abzweigung gerast sei, was zu dem verheerenden Zusammenstoß führte.

Glickenhaus fand Davis in dem Wrack vor und entdeckte eine kleine Tüte mit weißem Pulver. Er verhinderte, dass Davis sie zu sich nahm, und leistete ihm Erste Hilfe, bis die Polizei eintraf. Ein erschütterndes Ereignis, das Davis' schwierige Lebensumstände und seine inneren Kämpfe verdeutlichte.

Die ferrari-ära: ein cavallino-fan

Die ferrari-ära: ein cavallino-fan

Die endgültige Hinwendung zu Ferrari erfolgte 1958, als Davis von seinem Freund Allen Eager in die Concession von Luigi Chinetti in New York geführt wurde. Von diesem Moment an wurde er ein regelmäßiger Besucher des legendären Automobilhauses. Er erwarb eine gebrauchte Ferrari 250 GT Spider California für 8.500 Dollar und nutzte sie fortan für alle Fahrten. Es folgten weitere Modelle wie die 250 GT Berlinetta Lusso und die 275 GTB/4, die 1969 auf einem berühmten Foto von Baron Wolman vor Davis' Haus in New York abgebildet wurde.

Die Autos waren für Davis nicht nur Statussymbole, sondern ein Spiegelbild seiner Persönlichkeit: unkonventionell, anspruchsvoll und immer auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen. Ein Vorfall in Philadelphia, bei dem er mit einem Saxophonisten bei überhöhter Geschwindigkeit durch die Broad Street raste, endete mit einer Verwarnung der Polizei – nicht wegen der Geschwindigkeit, sondern wegen seiner Hautfarbe. Ein bitterer Beweis für die Diskriminierung, mit der er sich als afroamerikanischer Musiker in einem Ferrari konfrontiert sah.

Miles Davis hinterließ ein Vermächtnis, das weit über die Musik hinausgeht. Seine Leidenschaft für Autos, sein unermüdlicher Drang nach Perfektion und sein rebellischer Geist machen ihn zu einer faszinierenden Figur, deren Einfluss bis heute spürbar ist. Sein Leben war ein Rausch aus Kreativität, Geschwindigkeit und dem unaufhörlichen Streben nach dem Neuen – ein Leben, das sich in jeder Kurve seiner geliebten Autos widerspiegelte.