Milano cortina zahlt auch vierte und droht taranto die absage
7,74 Millionen Euro Prämie, Audienz beim Papst – und ein mögliches Sommer-Desaster in Taranto. Die italienische Olympiamaschine hat am Freitag Dampf gemacht, doch der Rückwärtsgang kommt aus dem Süden.
CONI-Präsident Luciano Buonfiglio bestätigte nach der Junta-Sitzung in Rom, dass Präsident Sergio Mattarella am 8. April nicht nur die Medaillengewinner von Milano Cortina im Quirinal empfängt, sondern auch die Viertplatzierten. „Wir haben das nach Paris 2024 so gemacht, wir machen es wieder“, sagte Buonfiglio knapp. Am Tag darauf folgt die Audienz bei Papst Leo XIV.
Die medaillengelder sind sicher – aber nur bis 2026
Die Prämie ist längst fix: 6,57 Millionen Euro fließen direkt an Athleten, weitere 1,17 Millionen Euro finanzieren die Vorbereitung. Doch der Schein trügt. Das Geld kommt aus dem Fonds „Sport e Salute“, ist also zweckgebunden und reicht gerade bis zur nächsten Olympia-Saison. Wer nach 2026 mit leeren Händen dasteht, muss sich neue Sponsoren suchen – oder aufs Podest verzichten.
Die wahre Bombe zündet Buonfiglio, als er auf die Mittelmeerspiele in Taranto angesprochen wird. Vom 21. August bis 3. September soll die Puglia-Hafenstadt 4.000 Athleten aus 26 Nationen begrüßen. Klingt nach Sommeridylle, ist aber ein Pulverfass. „Wir schauen auf die Märkte, auf die Volatilität, auf Kriegsszenarien, die sich über Nacht ändern“, warnt er. Die Anleihe für die Sportanlagen steht unter Kursschutz, die EU-Kommission prüft die Beihilfen, und die Regionalregierung schuldet noch 32 Millionen Euro für die Erweiterung der Schwimmhalle. Buonfiglio kündigt für Anfang April eine Krisensitzung mit Sportminister Andrea Abodi an. „Dann gibt es Klarheit – oder die Absage.“

Der fußball ist nicht sicher, der rugby schon
Rückendeckung gibt’s nur für die Nationalteams. Buonfiglio schickt der Fußball-Elf „alles Gute“ für die WM-Quali, obwohl FIGC-Boss Gabriele Gravina gerade mit Amtsmilliarden und TV-Rechten kämpft. Die Rugby-Azzurri hingegen kann er sicher nach Bergamo lotsen: Am 26. März testet Italien gegen Irland, Buonfiglio sitzt auf der Tribüne. Symbolik pur – dort, wo 2020 die Corona-Tragödie begann, soll der Sport wieder zu Kräften kommen.
Die Bilanz bleibt zwiespältig: Gold für die Athleten, Glanz für den Quirinal, Gefahr für Taranto. Die Olympiareise startet mit einem Scheck und endet vielleicht mit einem Fax an den Bürgermeister: „Mediterranean Games abgesagt.“ Die Uhr tickt, die Märkte auch.
