Milan-legende van basten im visier: ex-mafia-boss gesteht entführungsplan
Ein Geständnis aus dem Gefängnis wirft lange Schatten auf die Geschichte des AC Mailand. Giampaolo Manca, genannt der „Doge“ der Mala del Brenta, enthüllte in einem Interview mit dem Corriere della Sera einen schockierenden Entführungsplan gegen Marco van Basten, der sich während eines Spiels im San Siro ereignete.
Die geheime präsenz im stadion: ein latenter gefängnisbesuch
Manca, der einen Großteil seines Lebens hinter Gittern verbrachte, kehrte kürzlich nach Mailand zurück, um den Dokumentarfilm über sein Leben zu präsentieren. Dabei offenbarte er, dass er sich in den 1980er Jahren, während seiner Zeit als flüchtiger Krimineller, heimlich Fußballspielen besuchte. „Ich war jung und bereits von der Polizei gesucht, daher suchte ich Zuflucht bei Freunden in Mailand“, so Manca. „Aber eines Sonntags konnte ich nicht widerstehen: Milan spielte gegen Cagliari und ich ging heimlich ins Stadion. Es endete 2:2, mit einem Doppelpack von Gigi Riva. Am Abend rief mich mein Zwillingsbruder Fabio an und sagte mir, dass ich im Fernsehen im Stadion gesehen worden sei. Von diesem Moment an wusste ich, dass es nicht mehr möglich war, frei in Mailand herumzulaufen, jeder wusste, dass ich mich dort versteckte.“
Doch das war nicht die einzige Enthüllung. Manca sprach auch über seinen ehemaligen Mitgefangenen Renato Vallanzasca, den er als „milanesischen Fan“ beschrieb. „Wir waren uns nahe und er war ein Milan-Anhänger wie ich“, erklärte Manca. „Er erzählte mir, dass er einen Plan vorbereitet hatte, Marco van Basten zu entführen und Lösegeld zu fordern. Er sagte, sie hätten ihn monatelang observiert. Dann gab er auf, weil er keinem der Inter einen Gefallen tun wollte.“
Die Geschichte wirft ein düsteres Licht auf eine Zeit, in der die Mafia in Mailand tief verwurzelt war und selbst Fußballspiele nicht vor ihren Plänen sicher waren. Die Enthüllung von Manca, einem Mann, der einst als einer der gefürchtetsten Kriminellen Italiens galt, zeigt, dass die Schatten der Vergangenheit auch Jahrzehnte später noch lange nicht verschwunden sind. Die Frage, wie tief die Verstrickungen der Mafia in den Mailänder Fußball tatsächlich reichten, bleibt unbeantwortet.

Ein leben zwischen verbrechen und reue
Giampaolo Manca, der „Doge“ der Mala del Brenta, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis versucht er nun, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen und einen Neuanfang zu wagen. Der Dokumentarfilm „Il Doge: ritratto di una redenzione“ zeigt einen Mann, der versucht, seinen Weg zur Wiedergutmachung zu finden – ein Weg, der ihn unweigerlich mit den dunklen Kapiteln seiner Vergangenheit konfrontiert.
Die Enthüllungen rund um den Entführungsplan gegen Marco van Basten sind dabei nur ein Teil einer komplexen Geschichte, die von Verbrechen, Loyalität und der Suche nach Erlösung erzählt. Ein Kapitel der Mailänder Fußballgeschichte, das nun in einem neuen Licht erscheint.
