Romas platzkampf: testlauf für den ewigen rasen in paris?

Ein überraschender Effekt in Rom: Die Bedingungen auf den Sandplätzen sind dieses Jahr deutlich langsamer als gewöhnlich. Das hat nicht nur die Spieler, sondern auch die Experten aufgeschreckt – und könnte weitreichende Folgen für den kommenden Rolland Garros haben.

Der court pace index: was sagt die zahl?

Der court pace index: was sagt die zahl?

Die Daten lügen nicht: Der Court Pace Index (CPI), ein Maß für die Geschwindigkeit eines Platzes, ist in Rom von 28,9 im Vorjahr auf 25,3 gesunken. Das ist ein signifikanter Unterschied, der die Wahrnehmung der Spieler bestätigt. Ein Wert, der dem Rolland Garros, dessen CPI in den letzten Jahren zwischen 21 und 22 schwankte, erstaunlich nahe kommt. Luigi Ansaloni, unser Korrespondent in Mailand, analysiert die Situation.

Es ist kein Zufall, dass die Bedingungen in Rom und Paris so ähnlich sind. Beide Turniere finden im Freien statt und sind klimatisch vergleichbar. Das bedeutet: Was in Rom passiert, könnte ein Vorgeschmack auf das sein, was uns in Paris erwartet.

Vergleicht man den CPI mit anderen Turnieren, wird das Ausmaß der Veränderung in Rom noch deutlicher. Monte Carlo, dessen Bedingungen dem Foro Italico ähneln, wies 2026 einen CPI von 26,7 auf. Madrid, mit seiner höheren Lage, hatte einen Wert von 30,5 – ein deutlicher Hinweis auf einen schnelleren Belag. Auch im Vorjahr zeigte Madrid mit einem Geschwindigkeitswert von 0,78 deutlich mehr Tempo als Rom (0,64) und Paris (0,66).

Aber was hat sich geändert? Es liegt nicht an einer veränderten Beschaffenheit des Sandes oder einer anderen Behandlung. Vielmehr sind es die äußeren Bedingungen, die eine Rolle spielen. Die niedrigen Temperaturen und die häufigen Regenschauer in diesem Jahr haben den Platz verlangsamt. Im Gegensatz dazu herrschte im Vorjahr fast durchgehend sonniges Wetter.

Die Auswirkungen sind spürbar: Auch die Abendspiele, bei denen die Luftfeuchtigkeit den CPI zusätzlich senkt, tragen zur Verlangsamung bei. Das bedeutet: Die Spieler müssen sich auf einen langsameren, schwerfälligeren Stil einstellen.

Für Jannik Sinner, der in Rom einen weiteren Titel gewann, bleibt die Freude vorerst bestehen. „Meine Glücksgefühle werden noch 2-3 Tage anhalten“, scherzte er in der Pressekonferenz. Doch auch er wird sich auf die veränderten Bedingungen in Paris einstellen müssen.

Die verlangsamten Platzverhältnisse in Rom sind somit mehr als nur eine lokale Angelegenheit. Sie könnten einen Trend andeuten, der auch den Rolland Garros beeinflussen wird. Die Spieler müssen sich darauf vorbereiten, dass der Kampf um den Titel in Paris noch zäher wird.