Milan wackelt, torino schlägt zurück: 73.000 bei der 1:1-premiere von simeone

San Siro bebt, aber nicht vor Freude. Der AC Milan patzt zum perfekten Zeitpunkt der Saison – 1:1 gegen den FC Turin, und plötzlich ist die Champions-League-Platzierung kein Selbstläufer mehr. Cholito Simeone nutzte den einzigen Torino-Treffer, um dem Tabellenzweiten die nächste Lektur zu verpassen.

Pavlovic bringt führung, simeone kippt die stimmung

Strahlkraft? Fehlanzeige. Milans Startelf wirkte lethargisch, trotz 55-Prozent-Ballbesitz. Der frühe Führungstreffer durch Strahinja Pavlovic (37.) täuschte nur vier Minuten lang. Vlasic’ abgefälster Schuss prallte vom Pfostenglatzen-Doppel ins Zentrum, Simeone reagierte blitzschnell – 1:1 und ein Kollektiv-Seufzer aus 73.043 Kehlen.

Die Statistik wird zum Spiegel: Turin feuerte in der ersten Viertelstunde 6:1-Schüsse, holte 4:0-Ecken und ließ Mailand laufen, statt umgekehrt. D'Aversas 3-4-1-2 presste die Milan-Building-Zone kaputt, während Allegri auf dem Rasen lauthals Umstellungen forderte.

Inter droht weiter wegzuziehen – und napoli wartet schon

Inter droht weiter wegzuziehen – und napoli wartet schon

Die Rechnung war simpel: Sieg = Druck auf Nerazzurri. Jetzt bleibt ein blasses +4 Vorsprung auf Atalanta, die Sperenzchen auf Titel Nummer 20 sind futsch. Nach der Länderspielpause gastiert Milan in Neapel – ein Ort, an dem Punkte zuletzt Mangelware waren (kein Sieg seit 2022).

Positivpunkte? Maignan verhinderte mit zwei Reflexen gegen Zapata und Vlasic ein Debakel, Rabiot wirkte wie der einzige Mittelfeld-Dynamo. Negativ? Leao fehlt weiter – Adduktoren-Subbotnik ohne Ende – und Tomori griff sich nach 22 Minuten die erste Gelbe, weil er Gineitis' Sprint nicht stoppen konnte.

D

D'aversa rettet den granata – und die eigene zukunft

Zwei Siege in drei Spielen nach Trainerwechsel: Die Serie holt Turin aus dem Keller. Die Mannschaft spielt mit der Unbekümmertheit eines Absteigers, der plötzlich merkt, dass der Gegner auch nur Menschen sind. Pedersen lief Bartesaghi müde, Prati dirigierte das Mittelfeld wie ein Dirigent, der keinen Takt verliert.

Simeones Tor war bereits sein fünftes in sieben Derby-Einsätzen gegen Milan – ein persönlicher Punkto-Magnet. Für die Granata bedeutet der Punkt Luft bis zur Abstiegszone, für Milan hingegen Druck, der sich anfühlt wie ein Vorschlaghammer.

Fazit: Wer nach der Lazio-Pleite nicht aufwacht, wird geweckt – spätestens in Neapel. Die Meisterschaft ist Geschichte, die Champions-League-Karte muss verteidigt werden. Und wenn Allegri seine Truppe nicht wieder auf Betriebstemperatur bringt, flimmert auch diese Saison vorzeitig ins Out.