Genève-servette mobilisiert b-lizenz-armada – smons und supinski sollen lausanne ärgern

Die Grenats ziehen nach. Statt auf dem Papier zu rechnen, haben die Verantwortlichen um Sportchef Janick Steinmann einfach die Swiss-League-Truhe aufgeklappt und fünf zusätzliche Kufen geholt. Am Samstag geht’s gegen Lausanne los – und plötzlich stehen Trainer Craig MacTavish wieder Dutzende von Karten zur Verfügung.

Antoine guignard und michael loosli sind alte bekannte

Guignard, 28, war schon im Spätsommer fürs Training da, als die Defense wegen Verletzungen dünn wurde. Er lieferte sofort Tempo vom blauen Strich, blieb aber nur auf Abruf. Nun kehrt der Arosa-Kapitän zurück – mit frischen Playoff-Nerven und dem Drang, sich endlich einen Einsatz im Rampenlicht zu verdienen. Loosli wiederum kennt sich in der Patinoire aus, räumte schon vor Weihnachten Boards weg und spielte 13 Partien mit einer Kopfhörer-Coolness, die den Scouts gefiel. Nur: Der HCCF kämpft noch um den Swiss-League-Titel. Erst wenn das Finale vorbei ist, darf Loosli die A1 kreuzen – möglicherweise also erst fürs Halbfinale.

Die drei Neuzugänge bringen Eigenfarbe mit. Brett Supinski hat in Basel 38 Punkte gesammelt und gehört zur Sorte „kleiner Scorer mit großem Antrieb“. Sandis Smons, 25, fährt in Chur seit Jahren gegen die Pausenzeituhr und gilt als Power-Play-Spezialist. Lionel Marchand wiederum ist ein 1,90-Meter-Flügelstürmer, der in Frauenfeld gelernt hat, wie man die Scheibe tief hält und Gegner aus der Zone drängt.

Warum der gshc jetzt aufstockt

Warum der gshc jetzt aufstockt

Die Antwort lautet: Tiefe schaffen, ohne das Kaderkorsett zu sprengen. Die NL erlaubt unbegrenzte B-Lizenzen, sofern das Gehaltsband stimmt. Genf kann also Spieler aus der zweiten Liga kurzfristig hochziehen – ohne ihnen NHL-Verträge zu quittieren. Die Strategie ist nicht neu: Schon 2022 half ein B-Call-up gegen Bern im Viertelfinale. Diesmal ist das Reservoir größer, das Risiko kleiner.

MacTavish muss aber Mischung berechnen. Supinski und Smons sind Offensivspieler, Guignard und Loosli Verteidiger – Marchand kann beide Flügel besetzen. Die Chemie wird entscheiden: Wer passt zu Baranka und Kastelic? Wer übernimmt Penalty-Killing-Seconds, wenn der Gegner mit fünf Angreifern kommt? Die Coaching-Staff testet bereits in den Trainings der Woche, welche Reihe wie viele Meter pro Schicht läuft.

Lausanne wiederum schaut misstrauisch über den Genfersee. Die Vaudois verloren zuletzt drei von vier Spielen gegen GSHC-B-Lizenz-Kombinationen – ein Trend, der die Psyche befeuert. Genf will genau das: Unruhe stiften, Optionen erzeugen, bis der Gegner den Überblick verliert. Die Playoff-Mathematik ist simpel: Wer zuerst vier Siege hat, zieht ein. Wer dabei die größere Bank ist, gewinnt oft auch das Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Zahme Saison ist vorbei. Nun zählen nur noch Nerven und Einsatzzeiten. Mit fünf zusätzlichen Knien und Ellbogen hat Genf beides aufgestockt – und die Message ist klar: Wer uns schlagen will, muss auch die zweite Liga bezwingen.