Welz pfeift seine letzte bundesliga-partie – in frankfurt!
Ein Raunen ging durch die Fußball-Deutschland, als die Entscheidung öffentlich wurde: Tobias Welz, Bundesliga-Schiedsrichter über 16 Jahre, pfeift seine letzte Partie ausgerechnet in Frankfurt gegen den VfB Stuttgart. Ein Abschied mit bitterem Beigeschmack, besonders angesichts der jüngsten Äußerungen eines bestimmten Stuttgarter Angreifers.
Undavs wutrede und welzs reaktion
Die Schlagzeilen nach dem Pokalspiel Freiburg gegen Stuttgart waren klar: Deniz Undavs unmissverständliche Kritik an der Schiedsrichterleistung von Tobias Welz. „Ich bin unzufrieden mit dem Schiri“, polterte der Nationalstürmer, „man kann auch nicht mit ihm reden. Er hat einen direkt angeschrien.“ Undavs Verbalattacke, die in den sozialen Medien und den Medien für viel Gesprächsstoff sorgte, fand in den Worten seines Kollegen Patrick Ittrich einen deutlichen Beifall: „Unfassbar unverschämt.“ Welz selbst ließ sich von der Kritik nicht aus der Ruhe bringen, obwohl es sich um eine ungewöhnliche Situation handelte.

Ein frankfurter comeback und ein blick zurück
Für Welz wird das Spiel in Frankfurt, wo er zum zweiten Mal überhaupt in seiner Karriere einen hessischen Verein leiten darf, eine besondere Bedeutung haben. Die Lockerung der Regel, die Schiedsrichter von ihren Heimatverbänden fernhält, ermöglichte dieses Wiedersehen im Waldstadion. Eine ironische Fügung des Schicksals, angesichts der Tatsache, dass Welz in der Bundesliga bekannt für seine strenge Linie ist. Seine Karriere blickt auf 157 Bundesliga-Begegnungen, 122 Zweitliga-Partien, WM- und EM-Qualifikationsspiele und das deutsche Pokalfinale 2020 zurück.
Der 49-Jährige blickt positiv auf seine lange Zeit als Unparteiischer zurück. „Es ist ein wunderbarer Sport, der mir viel abverlangt hat, mir aber auch viel zurückgegeben hat“, so Welz. Seine Schiedsrichterlaufbahn begann im Alter von 16 Jahren, nachdem er seinen Vater, ebenfalls Schiedsrichter, auf einem Lehrgang begleitet hatte.

Was die zukunft bringt
Nach seiner aktiven Zeit pfeift Tobias Welz nicht einfach zur Ruhe auf. Als Beamter der hessischen Polizei wird er weiterhin aktiv bleiben. Und wer weiß, vielleicht wagt er ja doch noch den Sprung ins Dschungelcamp – ein Scherz, wie er selbst betonte. Der Abschied von der Bundesliga ist zwar ein Ende, aber auch der Beginn eines neuen Kapitels. Die Fußballwelt verliert einen erfahrenen Schiedsrichter, die Polizei einen engagierten Beamten und das Dschungelcamp möglicherweise einen unterhaltsamen Kandidaten.
