Milan knackt die 90-millionen-marke – modrics hype bringt zwei millionen neue fans

Sieben Sekunden. So lange braucht Luka Modric, um in einem TikTok-Video einen Gegner mit zwei Bodyfeints aus dem Stadion zu schicken – und sieben Sekunden reichen dem AC Milan, um innerhalb von 24 Stunden 307.000 neue Follower zu kassieren. Der Aufwärtstrend hält an: Im Monat nach der Verpflichtung des Kroaten stieg die Social-Media-Community der Rossoneri um satte zwei Millionen und katapultierte den Klub erstmals über die 90-Millionen-Follower-Grenze.

Die zahlen hinter dem hype

Instagram: 18 Millionen. TikTok: 23 Millionen. Facebook: 29 Millionen. X (Twitter): 8 Millionen. Dazu kommen WhatsApp-Kanäle, YouTube, Threads und chinesische Plattformen wie Weibo oder Douyin. Alleine seit Saisonbeginn 2025/26 generierte Milan 277 Millionen Interaktionen und drei Milliarden Video-Views – Tendenz steil nach oben. Im Vorjahr lag man bei 515 Millionen Interaktionen, doch die neue Rekordmarke scheint nur eine Frage der Zeit. Der Grund: Content, der nicht nur informiert, sondern unterhält.

Beispiel Modric-Debüt in der Coppa Italia gegen Bari. Ein 13-sekündiges TikTok-Video, in dem der Ballzauberer einen Haken schlägt, als wäre er 25 und nicht 39, sammelte 63 Millionen Views und 6 Millionen Likes. Die Bilder seiner Präsentation in der San Siro knackten auf Instagram 36 Millionen Views. Zahlen, die sonst nur Pop-Stars erreichen.

Globalisierung mit system

Globalisierung mit system

Doch hinter den viralen Clips steckt eine harte Strategie. Vor drei Jahren eröffnete Milan Casa Milan Dubai, ein Business-Hub für den Nahen Osten. Seit Januar läuft eine eigene Academy in Dschidda. Ergebnis: 21 Prozent der digitalen Community kommen aus dem MENA-Raum, 19 Prozent aus Lateinamerika, 15 Prozent aus Europa, 3 Prozent aus Nordamerika. Besonders der US-Markt wächst: Dort liegt Milan bei Instagram auf Platz drei, bei TikTok in der Top Five. Inhaltlich wird auf drei Schienen gefahren: lokale Stories für Italien, internationale Stars wie Modric und regionale Formate auf Arabisch, Spanisch und Englisch.

Die nächste große Baustelle: Asien. In China betreibt der Klub bereits vier Accounts, doch mit einem eigenen Pop-up-Store in Shanghai und geplanten Sommertouren durch Japan und Südkorea will Milan den 15-prozentigen Community-Anteil dort verdoppeln.

Allegri liefert den kult-moment

Allegri liefert den kult-moment

Trainer Massimiliano Allegri liefert neben Modric den emotionalsten Viral-Hit. Nach einem verpassten Schuss seines Teams gegen Napoli dreht er sich um, tritt wutentbrannt einen Reserveball und trifft damit die Mitte der TikTok-Community. 20 Millionen Views, 2 Millionen Interaktionen, unzählige Remix-Videos. Die Botschaft: Selbst der Chef ist Fan – und zwar mit Leib und Seele.

Der AC Milan verwandelt sich damit vom Traditionsklub zur Content-Maschine. Während andere Teams noch Matchberichte posten, produziert Milan Mini-Dokus, Influencer-Kollaborationen und 180-Sekunden-Highlights mit Kino-Trailer-Schnitt. Das Ergebnis: Die Marke Rossoneri ist nicht mehr nur auf dem Rasen vertreten, sondern in der Hosentasche von 90 Millionen Menschen – und zählt damit zu den fünf größten Sport-Communities weltweit.

Die Konkurrenz schaut neidisch. Inter mailt intern bereits Guidelines, wie man „Modric-Effekte“ für künftige Transfers nutzen kann. Doch Milan ist jetzt nicht mehr der Jäger, sondern das Maß aller Dinge. Wer nächste Saison mitspielen will, muss nicht nur Tore schießen – sondern auch Content liefern. Die neue Champions-League der digitalen Welt läuft bereits.