Milan im chaos: social-media-stille als spiegelbild der krise

Der AC Milan versinkt im Krisenmodus. Nach dem katastrophalen Saisonende und dem Aus in der Champions League herrscht nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den sozialen Medien eine erschreckende Stille. Eine Analyse der digitalen Präsenz des Vereins offenbart ein Bild der Verzweiflung – und wirft Fragen nach der Krisenkommunikation auf.

Das ausbleiben der kommunikation: ein schlechtes omen?

Kaum vorstellbar, dass ein Verein mit über 18 Millionen Followern auf Instagram so lange Zeit still bleibt. Seit der blamablen 1:2-Niederlage gegen Cagliari am 24. Mai hat der AC Milan gerade mal drei Posts veröffentlicht. Ein Anniversary-Post zur Champions-League-Sieg von 2003 und zwei Geburtstagswünsche für Massimo Ambrosini und Odogu – das ist alles. Auf TikTok herrscht gänzlich Funkstille, die letzte Veröffentlichung datiert vom selben desaströsen Spiel gegen Cagliari.

Die Fans sind empört. Die Kommentarspalten auf den wenigen Posts explodieren förmlich. Bei dem einen Post zum Spiel gegen Cagliari, der mit dem lakonischen Kommentar „No excuses“ versehen war, sammelten sich über 39.000 Kommentare an – eine Zahl, die selbst Cristiano Ronaldo mit seinem riesigen Follower-Ansturm in den Schatten stellt. Das zeigt: Die Fans fordern Antworten und eine aktive Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation.

Auch auf X (ehemals Twitter) zeigt sich das Bild ähnlich. Zwar wurde dort mit sechs Posts etwas aktiver kommuniziert, aber auch hier dominieren Grußworte und Erinnerungen an glorreichere Zeiten. Eine ehrliche und offene Kommunikation über die gegenwärtigen Probleme und die anstehenden Veränderungen bleibt aus.

Mehr als nur eine strategie: verzweiflung oder resignation?

Mehr als nur eine strategie: verzweiflung oder resignation?

Es ist fraglich, ob diese Kommunikationsflaute tatsächlich eine bewusste Strategie ist. Vielmehr scheint es den Anschein zu haben, als ob auch der Social-Media-Bereich des AC Milan von der allgemeinen Ratlosigkeit und dem chaos überrollt wurde. Das Team ist zwischen einer enttäuschenden Saison und einer umfassenden Revolution gefangen. Die Verantwortlichen scheinen unfähig, eine klare Linie zu finden und eine überzeugende Botschaft nach außen zu tragen.

Die Situation im Mailänder Verein ist explosiv. Gerüchte über den Wunsch von Rafael Leao, den Verein zu verlassen, unterstreichen die Unzufriedenheit im Umfeld des Teams. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen bald die Kurve kriegen und eine neue, überzeugende Strategie entwickeln – sowohl auf dem Platz als auch in den sozialen Medien. Denn eines ist klar: Eine aktive und transparente Kommunikation ist der erste Schritt, um das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen und den Wiederaufbau des AC Milan zu beginnen.

Die Stille der Social-Media-Kanäle des AC Milan ist somit mehr als nur ein Kommunikationsproblem – sie ist ein Symptom der tiefgreifenden Krise, die den Verein erfasst hat. Und solange diese Krise nicht aktiv angegangen und kommunikativ bewältigt wird, wird der AC Milan weiterhin im Abseits stehen.