Mike evans fliegt von tampa nach san francisco – und nimmt 108 touchdowns mit
Mike Evans zieht den Stecker aus Tampa Bay. Nach zwölf Jahren, 866 Catches und 13.052 Yards verabschiedet sich der Wide Receiver von der Buccaneers-Bucht und paddelt Richtung Pacific – zu den San Francisco 49ers. Der Deal: drei Jahre, bis zu 60,4 Millionen Dollar. Gezeichnet. Fertig. Geschichte.
Ein rekord, der nur knapp zersprung
Die Zahl, die ihm die meisten Nächte raubte, steht in den NFL-Annalen: 1000 Receiving Yards in elf Saisonen hintereinander. Erst 2024 riss die Serie – wegen eines High-ankle-Sprain, das ihn vier Spiele kostete. Evans war nie der Schnellste, aber er war immer da. Bis er eben nicht mehr da war. Und jetzt ist er fort.
Die 49ers holen sich einen 32-jährigen Zielspieler, der mit Tom Brady den Super Bowl LV gewann, zweimal Second-Team All-Pro wurde und sechs Mal im Pro Bowl stand. Brock Purdy bekommt eine weitere Waffe, neben Christian McCaffrey und Deebo Samuel. Die Frage, die durch Santa Clara geistert: Reicht das, um die 1000-Yard-Marke wieder zu knacken?

Tampa baut um, san francisco will zurück
Die Buccaneers sparen. Evans’ Cap-Hit von 35 Millionen Dollar verschwindet von der Gehaltsliste, dafür fließt frisches Geld in die O-Line und in die Secondary. GM Jason Licht bedankt sich in einer Pressemitteilung für „eine Ära, die sich in jedem Schulhof von Florida erzählt“. Die Fans reagieren gemischt: Die einen feiern die Trophäe von 2021, die anderen fragen, wer Chris Godwin jetzt doppelt covert.
In San Francisco dagegen wittern sie die Chance, nach dem frühen Play-off-Aus gegen Philadelphia erneut anzugreifen. Coach Kyle Shanahan plant Evans primär im Red-Zone-Paket: Fade-Routen aus der Slot, Back-shoulder gegen Cover-3, 50-50-Bälle in der Endzone. Die 49ers haben 2023 nur 58 Prozent ihrer RZ-Trips in Touchdowns umgemünzt – Platz 14 der Liga. Evans’ 108 TDs sollen diese Quote nach oben ziehen.

Die ablöse, die keiner so nennt
Versteckt im Kleingedruckten: Kein einziger Draft-Pick wechselt die Seiten. Tampa Bay lässt ihren Franchise-Leader in TDs einfach gehen, weil die Dead-Money-Strafe nach der Restrukturierung von 2023 nur noch 9,8 Millionen beträgt. Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Wir lieben dich, aber wir lieben den Salary Cap mehr. Evans’ Agent Deryk Gilmore verhandelte die letzten 48 Stunden telefonisch, während Evans selbst auf einer Bahamas-Yacht die Signatur per IPad setzte.
Die Reaktion der Liga ließ nicht lange auf sich warten. Patrick Mahomes twitterte einfach ein Augen-Emoji, Jalen Ramsey postete: „AFC West, ihr habt gewarnt.“ Die Quote für den Super-Sieger der 49ers schrumpft von +900 auf +650. Buchmacher verstehen ihre Business. Und Evans? Der packt schon die Koffer, schließlich beginnt Offseason-Workout in 19 Tagen.
Die Buchse schließt sich. Tampa Bay bekommt Entlastung, San Francisco bekommt einen Closer. Und Evans bekommt eine letzte große Bühne – vor der Kulisse der Bay, die jetzt seine Bay ist. Die 1000-Yard-Serie ist gerissen, die Jagd auf 1000 neue beginnt.
