Midtjylland zerstört sich selbst: drei elfmeter, null treffer – aus in europa

Kein Tor, kein Happy End. Der FC Midtjylland schoss sich in der Europa League mit drei verkorksten Elfmeter-Versuchen aus dem Turnier – und Ex-BVB-Coach Mike Tullberg musste mit ansehen, wie seine Profis sich die Nerven knoteten ließen.

Was für ein Abend in Herning. Nach 120 Minuten mit einem späten Ausgleich und einer verpassten Vorentscheidung ging es ins Elfmeterschießen. Dort brach der Himmel ein. Cho Gue-sung traf den Pfosten, Aral Simsir knallte die Latte – und Edward Chilufya rutschte im Anlauf aus, schoss den Ball im Fallen über den Querbalken. Drei Versuche, kein Treffer. Die Dänen schieden mit roten Köpfen aus, während Nottingham-Fans in der Kälte jubelten.

Tullberg nimmt seine schützlinge in schutz

Tullberg nimmt seine schützlinge in schutz

Trainer Mike Tullberg, der 2025 kurzzeitig beim BVB die Profi-Truppe betreute, sprach mit TV2 klare Worte: „Manche wollten nicht schießen, andere übernahmen die Verantwortung. Die Schüsse waren schlecht, aber das ist nicht der Grund für unser Aus.“ Er zeigte sich sogar versöhnlich: „Ich nehme lieber ein solches Drama mit, als eine Niederlage nach 50 Minuten, in der wir chancenlos waren.“

Die Statistik spricht Bände: Midtjylland erzielte in der regulären Spielzeit nur einen Treffer, lag zweimal zurück und rettete sich durch einen späten Treffer in die Verlängerung. Dort dominierte Nottingham wieder, doch die Dänen hielten dank Umstellungen und Wechseln den Druck stand. Bis zum Elfmeterschießen. Dort versagten sie kollektiv. Keeper Stefan Ortega wurde zum Helden, ohne einen Ball berührt zu haben – ein bemerkenswerter Fakt, der die Pechsträhne der Hausherren unterstrich.

Für Tullberg bleibt ein bitterer Nachgeschmack. „Nach dem Spiel fragte ich Duncan: ‚Warum haben wir eigentlich Elfmeter geübt?‘ Es sah nicht danach aus“, sagte er mit einem schiefen Grinsen. Die Antwort liegt in der mentale Stärke – oder eben im Fehlen davon. Midtjylland verpasst damit das Viertelfinale, während Nottingham weiter von der Europa-League-Story träumt.

Die Lektion: Selbst das beste Training nützt nichts, wenn die Nerven blank liegen. Die Dänen haben den Frust verpasst – und müssen nun in der Superliga wieder auftanken.