Michelsen flüchtet vor tropfender klimaanlage – und ballert shevchenko weg

Paris, 7:58 Uhr Ortszeit. Alex Michelsen schläft noch nicht, liegt nur da. Dann plötzlich: Tropf, tropf, tropf. Wasser aus der Decke, über Bett, Boden, Tennisschläger. „Ich dachte, die Dusche läuft, aber es kam von oben – oh Mann“, sagt der US-Boy im McEnroe-Podcast, während er ein Handyvideo zeigt, das aussieht wie ein Setsieg gegen die eigene Suite.

Vier stockwerke, drei zimmertausch, null schlaf

Um 23 Uhr begann die Odyssee. Rezeption, Techniker, wieder Rezeption. Stock zwei – belegt. Stock vier – defekt. Etwa vier Anläufe brauchte das Team, bis Michelsen gegen 2 Uhr morgens eine halbwegs trockene Matratze fand. „War echt anstrengend“, lacht er, als wäre es ein 0:6-Satz gewesen.

Keine zehn Stunden später stand er auf Court 7. Shevchenko serviert, Michelsen antwortet mit 6:2, 6:4, 6:2 – ein Reinigungsgebühr in Sätzen. Die Sprungkraft, die die Nacht ihm rauben wollte, schlug in Winner um. 14 Asse, 34 Winner, nur 13 unerzwungene Fehler. Statistik als Klimaanlage-Rechnung: alles beglichen.

Der nächste us-zwist wartet

Der nächste us-zwist wartet

Am Mittwoch trifft Michelsen auf Landsmann Nishesh Basavareddy. Der 19-jährige Wildcard-Held hatte am Vortag Taylor Fritz mit 7:6, 7:6, 6:7, 6:1 aus dem Turnier gepustet – ohne tropfende Decken, aber mit zehn Matchbällen im vierten Satz. Nummer 42 gegen Nummer 148, beide aus Kalifornien, beide hungrig. Einer wird weiterträumen, der andere ins erneut überflutete Hotel zurück.

Die Pariser Hitze steigt auf 31 Grad. Die Anlage im neuen Zimmer läuft, versprechen die Techniker. Michelsen grinst ins Mikro: „Solange nichts mehr rinnt, bin ich happy.“ Dann packt er den Schläger ein, stellt den Wecker auf 6 Uhr und murmelt: „Hauptsache, der Court bleibt trocken.“