Michael rösch bricht das schweigen: vom olympiasieg in die depression

Michael rösch spricht offen über seine depressionen

Der ehemalige Biathlon-OlympiasiegerMichael Röschhat sich erstmals öffentlich zu seinen Depressionen und Suizidgedanken geäußert. Lange Zeit betrachtete er psychische Probleme als Zeichen von Schwäche, doch nun möchte er mit seiner Geschichte anderen Mut machen. Rösch, der 2006 den Olympiasieg feierte, erlebte in den folgenden Jahren sowohl sportlich als auch privat schwere Zeiten.

Der neue podcast „naksch“ als plattform

Der neue podcast „naksch“ als plattform

In seinem neu gestarteten Podcast „Naksch - vom Olympiasieg in die Depression“ spricht Rösch gemeinsam mit seinem Freund Christian Akber-Sade offen über seine psychische Gesundheit und die Schattenseiten des sportlichen Erfolgs. Er erklärt, dass der innere Kampf oft schwerer war als der Wettkampf selbst. Auf Instagram kündigte er an: „Ich dachte, Gewinnen wäre das Schwerste. Heute weiß ich: Stark zu bleiben, wenn innerlich alles zerbricht, ist die größte Herausforderung.“

„Niemand ist allein mit seinen kämpfen“

„Niemand ist allein mit seinen kämpfen“

Rösch betont, dass es ihm wichtig ist, anderen Betroffenen zu zeigen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind. Lange habe er sich schwergetan, über seine Gefühle zu sprechen, da er mentale Probleme als persönliches Versagen ansah. Er wollte keine Hilfe annehmen, da dies als Schwäche galt. Erst nach seinem Karriereende im Jahr 2019 suchte er eine Notfallambulanz auf und sprach offen über seine Situation.

Der weg zur erkenntnis: hilfe ist kein zeichen von schwäche

Der weg zur erkenntnis: hilfe ist kein zeichen von schwäche

„Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut“, schreibt Rösch heute auf Instagram. Er verdeutlicht, dass Depressionen eine Krankheit sind und keine Charakterschwäche. Der öffentliche Erfolg stand im krassen Gegensatz zu seinem inneren Leiden: „Der Olympiasieg war öffentlich. Der schwerste Kampf fand im Stillen statt. Mental war ich zeitweise tot.“

Sportliche rückschläge als auslöser

Nach dem Olympiasieg 2006 folgten sportliche Enttäuschungen. Er verpasste die Olympischen Spiele 2010, verlor seinen Weltcup-Platz und durfte auch bei der Heim-WM 2012 nicht starten, obwohl er die Norm erfüllt hatte. Ein Wechsel in die belgische Nationalmannschaft brachte ebenfalls nicht den erhofften Erfolg, stattdessen kämpfte er mit Krankheiten und Verletzungen.

Sechs jahre vom ersten suizidgedanken zur hilfe

Während dieser schwierigen Zeit hatte Rösch erstmals Suizidgedanken. Eine „lebensbedrohliche Situation“ folgte, und er litt unter Depressionen. Erst sechs Jahre später sprach er offen darüber und nahm therapeutische Hilfe in Anspruch. Er beschreibt sich als „innerlich gebrochen“, obwohl er nach außen hin gesund wirkte. Nun möchte er anderen Betroffenen Mut machen und auf das Vorhandensein von Depressionen im Leistungssport aufmerksam machen.

Wichtige anlaufstellen für betroffene

Wenn Sie selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen sind, suchen Sie bitte umgehend Hilfe. Die Telefonseelsorge ist unter den kostenlosen Hotlines 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichbar. Berater stehen Ihnen zur Seite und können Ihnen Wege aus schwierigen Situationen aufzeigen.