Miami wird argentinisch: messi-fieber erobert die stadt!
Miami Beach bebt: An der Kreuzung von Collins Avenue mit der 72. und 74. Straße hat sich ein kleines Argentinien etabliert. Nach jedem Sieg der Nationalmannschaft verwandelt sich die Gegend in ein tobendes Fest mit Asado-Gerüchen, Messi-Chören und endlosem Hupkonzert. Ein Blick in den argentinischen Mikrokosmos mitten in Florida.
Die heimat der exporte
Es ist kein Geheimnis: Miami hat eine große argentinische Community. Schätzungsweise 40.000 Seelen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben – eine Zahl, die zwar hinter der kubanischen, kolumbianischen oder venezolanischen Bevölkerung zurückbleibt, aber dennoch für eine beachtliche Präsenz sorgt. Besonders seit dem Triumph in Katar ist die Begeisterung ungebremst.
Das Restaurant Manolo ist zum Epizentrum des argentinischen Jubels geworden. Gestern Abend drängten sich rund 200 Fans in den Raum, 80 Prozent trugen das ikonische Albiceleste-Trikot, die anderen zeigten ihre Unterstützung für Boca Juniors oder River Plate. Ein McTominay, der irgendwie dazugehörte und sein Napoli-Trikot trug, sorgte für einen amüsanten Kontrast. Bier floss in Strömen, und auf zehn Bildschirmen verfolgten die Fans das Spiel – ein kollektives Ritual der Freude und des Nationalstolzes.
Doch das ist erst der Anfang. Nur wenige Meter vom Restaurant entfernt improvisierten einige junge Leute ein Asado, während andere auf dem Boden saßen und die entscheidenden Momente des Spiels diskutierten, insbesondere Dibu Martínez' unglaublichen Reflexe gegen Kolo Muani.

Messi – der bürgermeister von little buenos aires
Messi ist hier der unangefochtene Herrscher. Little Buenos Aires singt nur für ihn, und die Atmosphäre ist elektrisierend. Beim ersten Tor von Leo brandete ein ohrenbetäubender Jubel auf, beim dritten wurde der Chor wie im Stadion angestimmt: „Messi, olé, olé, olé, Messi, Messi!“ – ein Klassiker, der die Leidenschaft für den Fußball in dieser Community widerspiegelt.
Fußball ist hier mehr als nur ein Sport – er ist ein Kitt, der die Expatriates zusammenhält. Miami ist eine der argentinischsten Städte in den Vereinigten Staaten, und die weiß-blau-argentinische Flagge ist überall präsent, von Key Biscayne bis Sunny Isles Beach. Der Zustrom argentinischer Einwanderer begann nach der Wirtschaftskrise von 2001 und wurde durch die Covid-Pandemie weiter beschleunigt.

Ein argentinisches fußball-imperium entsteht
Wer Sehnsucht nach Empanadas, Choripán oder Alfajores hat, muss nur suchen. Und das Fußballfieber ist ansteckend, selbst für die nicht-argentinischen Einwohner Miamis, die sich heimlich wünschen, dass die „Scaloneta“ bald durchstartet, um nicht noch weitere viertel Jahrhunderte mit Messi-Geschichten überhäuft zu werden.
Die argentinische Dominanz im Fußball Miamis ist nicht zu übersehen. Neben den zahlreichen argentinischen Spielern in der Inter Miami – darunter De Paul und Luján – gibt es auch den Miami United, dessen CEO Tony Iafrate aus Sora stammt, aber ansonsten fast ausschließlich aus argentinischen Spielern besteht. Trainer und dreizehn von insgesamt 25 Spielern sind ebenfalls argentinisch. Im Spind wird nicht Englisch gesprochen – hier wird auf Argentinisch gefeiert.
Die Leidenschaft ist unverkennbar. Die argentinische Community in Miami hat sich ein Stück Argentinien in den USA geschaffen – ein lebendiges Zeugnis der Verbundenheit zur Heimat und der unbändigen Liebe zum Fußball. Die Zahlen sprechen für sich: 40.000 argentinische Einwohner, eine Stadt im Zeichen von Messi und ein Fußballfieber, das die ganze Region erfasst.
