Mercedes schnappt sich 11-jährigen italiener: perico soll neuer antonelli werden

Als wäre der Hype um Kimi Antonelli noch nicht groß genug, hat Mercedes jetzt schon den nächsten italienischen Supertalent im Visier: Niccolò Perico, 11 Jahre alt, frisch lizenziert im Junior-Programm der Silberpfeile – und laut internen Gutachten „unglaublich reif für sein Alter“.

Ein vater mit rallye-dna, ein sohn mit asphalt im blut

Alessandro Perico fuhr Rallyes, Sohn Niccolò hasst Staub. Stattdessen fegte er 2024 durchs Karten-Universum: Italienischer ACI-Meister, Margutti-Trophäe, Industrie-Troféo – alles gewonnen, alles dominiert. Die Gegner blieben zwei Sekunden zurück, das Gesicht des Jungen blieb kalt. „Nik dangerous“ nennen ihn die Konkurrenten, weil Perico klingt wie „pericoloso“. Er lacht, sagt: „Ich bin nicht gefährlich, ich bin einfach schneller.“

Die Chronologie liest sich wie ein Lehrbuch des Vorab-Scouting: März 2025 holt er die ROK-Superfinale, April gewinnt er Champions of the Future, das „kleine WM-Finale“ der Junioren. Mercedes-Mann Gwen Lagrue sitzt in Viterbo, schaut sich die Pre-Finale an und schreibt sofort an Toto Wolff: „Hier redet keiner über Zukunft, hier ist sie schon.“ Drei WSK-Siege in Serie, zwei Sekunden Vorsprung – das reicht, um Verträge zu öffnen.

Die Verhandlungen dauerten keine zwei Wochen. Perico unterschrieb, durfte danach mit Wolff Pizza essen, mit dessen Sohn Jack trainieren. „Wir verstehen uns gut, er gibt mir Tipps fürs Setup“, erzählt er und klingt dabei wie ein 16-Jähriger, der schon ein Jahr Formel-4 fährt. Stattdessen ist er Elfjähriger, der noch Schulhefte in die Box mitbringt.

Hamilton war gestern, verstappen ist jetzt

Hamilton war gestern, verstappen ist jetzt

Als Idol nennt er Lewis Hamilton – „aber nur bis 2020“. Dann kam Max Verstappen mit diesem Druck in den ersten drei Kurven, und Perico schaltet beim Erzählen sofort runter, als würde er gerade selbst Anbremsen üben. „Aggressiv, aber fair“, sagt er, „genau so will ich werden.“ Die rote Ferrari-Kappe im Schrank wurde durch eine schwarze Mercedes-Kappe ersetzt, ohne Träne, ohne Drama. Kindsköpfe wählen eben schneller.

Mama Veronica packt noch das Lunch-Paket, Papa Alessandro checkt Reifenwärme. Für Niccolò beginnt jetzt der harte Teil: 60 Rennwochenenden bis 2027, Sprachcoaching, Medientraining, dazu Physio für noch nicht existierende Muskeln. Mercedes will ihn nicht zerdrücken, nur nicht wiederholen, was 2016 mit Callum Ilott schiefging. Deshalb bleibt er 2026 im Kart, erstmals 2027 ein Formel-4-Test, wenn die Knochendichte stimmt.

Die Zahl, die alle verstummen lässt: 38 Siege in 45 Starts seit 2023. Eine Quote von 84 Prozent. Selbst Antonelli kam „nur“ auf 71. Lagrue sagt deshalb nicht „vielleicht“, er sagt „so sicher wie ein Reifenwechsel“. Und Perico? Der schaut auf die Uhr, muss zum Training. Seine Kommentare sind kurz, weil die Strecke ruft und die Stoppuhr keine Interviews gibt.