Serie a verkauft sich komplett: lazio hält allein die fahne hoch
19 von 20 Klubs tragen jetzt einen Hauptsponsor auf der Brust – nur die Lazio weigert sich, das Trikot zu verscherbeln. Das macht Claudio Lotito zur letzten Bastion gegen die Kommerzialisierung der Serie A.
Die milan-klubs kassieren am meisten
Inter und Milan kassieren 30 Millionen Euro pro Saison, die Nerazzurri von Betsson.Sport, die Rossoneri von Emirates – Letztere sogar ab 2026/27 35 Millionen. Kein anderer Klub kommt an diese Marke heran. Die Roma schloss nach, unterschrieb mit Eurobet.live einen Vertrag bis 2029 über 13 Millionen plus Boni, die Hälfte davon fließt noch in diese Spielzeit. Juventus holte Jeep zurück, allerdings nur für 19 Millionen in diesem Jahr, 23 Millionen ab 2027. Zusätzlich zahlt Visit Detroit rund 4 Millionen für Co-Sponsoring – ein Novum in Turin, das nach den Bilanzskandalen und dem Europacup-Ausschluss die Kasse wieder füllen soll.
Der Neuling Como startete mit Uber (1 Million), rüstet aber in manchen Spielen mit Revolut auf – ein cleverer Mix, der die Marke international sichtbar macht. Cagliari erhält 3,6 Millionen von der Region Sardinien, Atalanta 5 Millionen von Lete – für einen Champions-League-Teilnehmer ein Schnäppchen. Die großen Familienkonzerne halten ihre Klubs weiter über interne Sponsoring-Strome am Leben: Mediacom (Fiorentina) überweist 25 Millionen, Mapei (Sassuolo) 18 Millionen, Arvedi-Gruppe (Cremonese) sogar 42 Millionen in der letzten Erstliga-Saison.

Lazio bleibt stur – und verliert millionen
Claudio Lotito lehnt weiter jedes „Schnäppchen“ ab. Seit dem Auslaufen des Binance-Vertrags (6,5 Millionen 2021/22) trägt die Lazio ein blankes Trikot. Der Präsident will nicht unter Marktwert verkaufen, doch je länger er wartet, desto größer wird die Lücke. In einer Liga, in der selobst Lecce und Verona eine Million einstreichen, wirkt das wie ein Selbstschuss. Lotitos stures „Non vendiamo la maglia“ klingt heroisch, kostet aber mindestens 5 bis 8 Millionen jährlich – Geld, das in der nächsten Transferperiode fehlen wird.
Die Serie A hat sich längst zur Wandertafel für globale Marken entwickelt. Wer nicht mitspielt, verliert – auf dem Platz und auf der Bilanz.
